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Arnold Schwarzenegger hat bei seinen Wahlkampfstopps gut lachen, locker scheint er einem Wiederwahltriumph am 7. November entgegenzusteuern: Die Events sind im großen Stil organisiert, anders als vor noch drei Jahren bei den “Recall”-Wahlen steckt der Apparatus des Gouverneurs der immerhin sechstgrößten Volkswirtschaft der Erde dahinter: Da scharen sich gleich 50 Verbrechensbekämpfer verschiedenster Polizeieinheiten um den “Goverantor”, als er eine Verschärfung der Gesetze gegen Sex-Straftäter fordert; da läuft die halbe Nachbarschaft zusammen, als er in einem Schwarzenviertel private Bildungsprogramme preist; da versammelt sich die lokale Politprominenz, als er die Beförderung eines Nationalparks zu einem staatlichen Naturdenkmal durchführt.

Es wird nicht gespart, immerhin, Arnie soll fünf mal so viel Kohle für die Wahlschlacht haben als Demokraten-Herausforderer Phil Angelides: Da gibt es Sound-Systeme wie bei einem Rockkonzert, riesige Leinwand-Schirme für Live-Videoschaltungen zu weit entfernten Teilnehmern. Die Begeisterung, mit der Arnie bei den Veranstaltungen empfangen wird, wirkt echt, vor allem die Kids bestürmen ihm um Autogramme, rufen ihm die legendärsten Sprüche aus seiner Zeit als Hollywoodheld nach – und wie oft er jetzt schon “I´ll be back” oder “Hasta la vista, Baby” hat antworten müssen, kann niemand mehr zählen. Doch er hat auch nach drei Jahren als Politiker noch Strahlkraft, Arnie ist insgesamt populär, selbst bei Wählern, die nicht jede Maßnahme des Republikaners gut heißen.

Doch warum Arnie wiedergewählt werden wird, hat er einer dramatischen Kurskorrektur und einem erstaunlichen Comeback seit seinem Horrorjahr 2005 zu verdanken: Mit einer Popularität um die erbärmlichen 30 Prozent hätten damals nur wenige auf eine Fortführung seiner Politkarriere gewettet. Er hatte auf rechte Ideologen innerhalb seines Teams gehört, die Kaliforniens Politsystem total umkrempeln wollten, um die Macht von Demokraten und Gewerkschaften für immer zu brechen.

Lieber hätte er auf sein Frau, JFK-Nichte Maria Shriver, hören sollen, sagte er dann kleinlaut nach einer Serie blamabler Volksabstimmungs-Niederlagen zu seinen Reformprojekten. Seither rettet Arnie die Umwelt und den Planeten vor dem Treibhausinfarkt, baut als “Bob the Builder” Straßen, Dämme und Regionalbahnen, schlichtete weitgehend den Streit mit den Gewerkschaften. “Mr. Gouverneur, sind sie jetzt ein Sozialist?”, rief ihn ein französischer Korrespondent nach.

Einen Lernprozess hat aber nicht nur Schwarzenegger hinter sich: Viele Kalifornier hatten Anfangs ja geglaubt, der Governator werde den Staat als Superhero wie auf der Leinwand aus dem Dreck ziehen. Dieser Naivität ist Ernüchterung gewichen: Arnie ist – Überraschung! – bloß ein Politiker, doch ein lernfähiger und durchaus erfolgreicher. Deshalb werden sie ihm wohl einen zweite Amtszeit geben.