USA in der Irak-Falle: Zuerst nachdenken, dann zuschlagen


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WallStreetProteste
Irak-Kriegsgegner in der Wall Street

Ein Bekannter von mir, vehementer Befürworter der Irak-Invasion, war enttäuscht über die Saddam-Hinrichtung: “Jetzt gibt es nichts mehr, auf das man sich freuen kann dort unten”. Selbst den schlimmsten Kriegstreibern ist inzwischen die Lust aufs Kriegführen vergangen. Es war ja alles noch recht aufregend, als man sich vor den von Bush & Co angedrohten Atompilzwolken über US-Metropolen fürchten konnte, Saddam Hussein als Drahtzieher des 9/11-Terrorhorrors halten durfte, die Franzosen als käsefressende Weicheier beschimpfen konnte; vom Erblühen einer Vorbilddemokratie amerikanischen Vorbildes in Herzen des Nahen Ostens träumen und natürlich und insgeheim seine Rachegefühle nach dem Jumbo-Terror auf New York und Washington stillen hatte dürfen (der Bombenhagel auf Bagdad “Shock and Awe” war da sicher sehr schön zum Ansehen…).

Doch jetzt ist die Ernüchterung allgegenwärtig: Saddam Hussein, aufgeknüpft von einem primitiven Lynch-Mob (die makabere Szene – Mittelalter mit Handy-Kameras – freigeschaltet am Internet), von Massenvernichtungswaffen keine Spur, von Verbindungen zu Al-Kaida keine Rede, der einverleibte Irak, eine eher an Somalia erinnernde mörderische Hölle auf Erden hängt als “51. US-Bundesstaat” am Tropf der US-Steuerzahler, dazu junge US-GIs zerfetzt von primitiven Sprengsätzen bei ihrer “Mission Impossible”.

Keine Frage, die Mehrheit der Amerikaner hat ihre Meinung über das Irak-Kriegsabenteuer geändert – doch die Botschaft an all die einstigen Hurra-Patrioten ist klar: Es ist zu spät. “Stopp and think” vorher, das wird ja sogar Vierjährigen in Kindergärten eingetrichtert. Ihr habt Bush 2004 selbst nach dem sich abzeichnenden Waterloo am Tigris-Fluss wiedergewählt und der hat versprochen, Kurs zu halten. Und guess what, das tut er jetzt auch. Ihr habt die Meinung der meisten Erdenbürger ignoriert, sie gar verlacht, es hat euch nichts ausgemacht, internationale Gesetze zu brechen. Und guess what, viel Spass bei der Suche nach internationaler Hilfe im Irak. Ihr habt jetzt eure Meinung geändert – “Oops”, wie Britney sagen würde, wir haben uns geirrt. Guess what: Der Irak gehört euch, viel Spass damit.

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