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Ganz vergessen hat man den UN-Report über den drohenden und nun wirklich zertifiziert-menschengemachten Klima-GAU nicht im US-Frühstücksfernsehen. Doch zu einer wirklichen Riesengeschichte wollte man das ganze auch nicht aufblasen. Dafür gibt es mehrere Gründe: Die USA, mit ihren vier Prozent, meist in riesigen SUV-Blechkübeln durch Suburbs kurvenden Anteil an der Weltbevölkerung blasen 25 Prozent der Treibhausgase in die sich aufheizende Atmosphäre.

Ein Grund für ein schlechtes Gewissen eigentlich, nichts jedenfalls, was man sich gerne beim Erdnussbutter-Schmieren anhört. Dazu wurde der Report in Paris präsentiert, ein für Hurrapatrioten amerikanischer Prägung höchst suspekter Ort. Angefertigt wurde das Dokument auch noch von der UNO. Und von denen wollen sich die Einwohner von “God´s own country” schon gar nichts vorschreiben lassen (die waren ja sogar gegen die Ausschaltung Saddam Husseins, obwohl der über den USA Atombomben abwerfen wollte und als Chefarchitekt hinter dem 9/11-Terror-Horrors steckte!).

Und so flimmerten ein paar nette Bilder einstürzender Eisberge über die Schirme, das Ausschalten der Lichter am Eifelturm wurde bewundert (“Uh, La, la!”). Doch dann ging es schon weiter mit einem Interview mit First Lady Laura Bush über – richtig! – den Tag der Herzkrankheiten.

Es ist fast ein Theater des Absurden. Umdenken ist stets oft ein schmerzhafter und langwieriger Prozess, doch ein Großteil der Amerikaner bringt den Kopf einfach nicht aus dem Sand. Technische Lösungen liegen vor, unseren Lebensstandard zu halten trotz eines Bruchteiles an Treibhausgas-Ausstoßes. Doch alte Industrien, vor allem “Big Oil”, wollen Kohle machen so lange es geht – der 39-Milliarden-Dollar-Rekord-Profit von ExxonMobil spricht ja Bände. Dazu haben sie mit den Ölmännern Bush und Cheney Leute gefunden, die den ganzen Klimawandel ohnehin vor einen kompletten Holler halten.

Bush & Co machten sich auch große Mühe, Wissenschaftler unter Druck zusetzen, keine alarmierenden Studien zu fabrizieren – selbst als Hurrikan “Katrina” New Orleans versenkte. Sogar die Worte “Klimawandel” ließ Bushs Kilma-Stasi aus Regierungsstudien redigieren. Über 150 Klimaforscher wären unter Druck gesetzt worden, war zuletzt bei einem Senats-Hearing enthüllt worden. Apropos Senat: Dort führte bis Ende des Jahres der Republikaner James Inhofe Vorsitz im Öko-Ausschuss, ein Betonkopf aus Oklahoma, der die Klimadebatte als “größten Scherz der Menschheitsgeschichte” verhöhnte.

Klimakiller-Firmen versorgten die Skeptiker mit Nachschub, vor allem Geld: Sie investierten nicht etwa in moderne Technologien, sondern in das Streuen von Zweifel durch die finanzielle Unterstützung von Pseudo-Experten, die bei jeder Gelegenheit den Hype über den “angeblich menschengemachten Klimawandel” anprangerten. Unterstützung kam auch noch von den Wetterfröschen, die bei jedem Wetterextrem mit Vergleichsdaten aus der Vergangenheit aufwartet – jedoch die zunehmende Häufigkeit des extremen Wetters unerwähnt ließen. Niemand wundert daher, dass nun der von ExxonMobil finanzierte Think-Tank “American Enterprise Institute” 10.000 Dollar für Wissenschaftler auslobte, die den UN-Report diskreditieren können.

Die USA ist unter Bush in seiner Wettbewerbsfähigkeit in Sachen Klimaschutz zurückgefallen, was ein böses Erwachen geben wird, wenn sich die Sache nicht mehr schönreden lässt. Aber auch da gibt es schon typisch amerikanische Ideen: Sonnensegel sollen im All die Strahlen reflektieren. Mit dem kann auch viel Geld verdient werden.