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Draußen hat es 26 Grad um zehn am Vormittag – und am Drudge Report werden wieder mal Leute, die vor dem Klimakollaps warnen, fertig gemacht. Der Grund: Karl Rove, Bushs angebliches “Gehirn” und Mann fürs Grobe, war beim Journalisten-Dinner in D.C. von den Ökoaktivistinnen, Rockstar Sheryl Crow und “Unbequeme Wahrheit”-Produzentin Laurie David, wegen dem Kopf in den Sand stecken des White House angepflaumt worden – und reagierte mit einem Zornesausbruch meines Fünfjährigen würdig.

“Greifen sie mich nicht an”, schnaubte Rove, gefolgt von einer Litanei gewohnter Argumente wie China solle doch zuerst den CO2-Ausstoß einschränken etc. etc. Der Schlagabtausch wurde zum Top-Thema an den Watercoolers in DC. Grund genug, um Dreckschleuder-Meister Matt Drudge einzuschalten: “Den Hintern auswischen mit Global Warming” prangte prompt an seiner Website, gefolgt von einer Story über Crows Idee den Verbrauch von Klopapier auf ein Blatt pro Stuhlgang zu limitieren (was sicher wohl irgendwie aus dem Zusammenhang gerissen sein muss…).

Ich genieße jedenfalls die frühsommerlichen Temperaturen und treffe meinen Schwager zum Mittagessen, der in der Früh aus Bangkok angekommen ist (18 Stunden Bangkok – New York direkt, auch kein Spaziergang…). Er war zum letzten Mal 2002 hier und wundert sich, wo überall neue Bürotürme und Condominiums in die Höhe schießen. Tatsächlich: New York ist längst eine riesige Baustelle, wo jeder Quadratmeter im heißesten Immobilienmarkt wohl aller Zeiten vergoldet und Stockwerke aufeinandergetürmt werden. Er ist ja als Bewohner einer asiatischen Tigerstadt-Metropole einiges gewöhnt, aber das explodierende New York sei eine echte Sehenswürdigkeit, sagt er. Gekauft werden übrigens die ganzen neuen Luxus-Wohnungen von Wohlhabenden aus aller Welt, der Rest der New Yorker muss dem immer horrenderen Mieten mit immer längeren Arbeitsstunden begegnen.

Abends ruft noch jemand vom National Security Council an. Das White House habe der Kritik des Außenamtes wegen dem Iran-Gasdeal der OMV nichts hinzuzufügen, erklärt die Sprecherin pflichtbewusst – und wundert sich sicher ein wenig über die Filmmusik des Zeichentrickfilms Pinocchio, die im Hintergrund dröhnt. Mein Schwager hat DVDs für meinen Sohn Maxwell mitgebracht, die sich nur am Computer hinter meinen Schreibtisch abspielen lassen.