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Ich führe Jack, den Hund meines Nachbarn, äußerln. Er ist ein kleiner Mischling, aufgeklaubt hat er ihn im Tierasyl, mein Sohn liebt ihn heiß – doch für mich ist Jack eher ein Symbol, wie pervers die Hundehaltung in New York eigentlich ist. Jack bellt non-stopp, wenn sein Besitzer nicht da ist (was, seit ihm seine Firma zwang, wieder hauptsächlich im Büro zu werken, nun meistens ist). Damit wir als Nachbarn nicht verrückt werden, wurde ihm ein elektronisches Halsband verpasst, das bei jedem Mucks einen, für den Hund unausstehlichen Ton aussendet (Anfangs war das Gerät nicht richtig eingestellt: Der Ton hatte beim Hund nichts bewirkt und war für uns Menschen zu hören – was zu einem feinen Mix aus Bellen und Piepsen führte…). Jack muss auch in einem kleinen Käfig sitzen, denn sonst würde er aufs teure Sofa pinkeln. Er freut sich, als ich ihn vor die Türe bringe. Ich vermeide den Dog Run im nahen Park, da mir die Parade stolzer Hundebesitzer, die, wohl auch als Rezept gegen die Großstadteinsamkeit den Kontakt zu anderen stolzen Hundebesitzern suchen, etwas zu schrill ist.

Trotzdem war das Outing mit Jack (nach der Rückkehr wurde er mit Piepsband wieder in den Käfig gesperrt) eine gute Therapie, um nach der nervenaufreibenden Warterei auf eine Rückmeldung des Büros des APO-Chefs des Repräsentantenhauses, Tom Lantos, in Sachen des umstrittenen OMV-Iran-Deals ein wenig Luft zu schnappen. Die Hürden sind bei solchen Recherchen immer recht hoch, besonders das ständige Buchstabieren von “Be-A-Ju-I-Ar-En-I-Be-I-El” (Bauernebel) und “Ou I Es Tee I Ar Ar I Ei Zee Hähdsch” (Oesterreich). Und die Rückrufe kommen auch nicht immer so rasend schnell wie wenn man sich mit Larry King, CNN melden würde (der sich, übrigens, als Sohn eines Austro-Dad von Zeiger umtaufen ließ).

Umso größer ist jedoch die Freude, wenn es doch klappt: Per Email kommt ein wütendes Statement des Kongress-Schwergewichts gegen den Irandeal der OMV. Falls die Austro-Firma und die sie unterstützenden Politiker in Wien die Amerikaner gründlich vergrämen wollten, ist ihnen das gut gelungen. Wie der transatlantische Machtkampf ausgeht, werden die nächsten Wochen zeigen.