Ho! Ho! Ho! Santa comes to Wall Street


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Investment-Banker müsste man sein: Lausiges Jahr in der Finanzindustrie, das Anlegern teuer zu stehen kommt + Abschreibung von zig, in der Immobilienblase verzockten Milliarden = Rekord-Bonuszahlungen! Die unglaubliche Welt der Schwerkraft á la Wall Street in Zahlen, wie sie der Finanzdienst Bloomberg zusammenfasst:
# Ein Totalverlust im “annus horribilis” 2007 für Aktien-Anleger von $74 Mrd hat Riesenlöcher in ihre Portfolios gerissen;
# Zugleich schütten die fünf größten Investmentbanken – Goldman Sachs, Morgan Stanley, Merrill Lynch, Lehman Brothers und Bear Stearns – ein wahrlich Santa-verdächtiges Füllhorn von 38 Milliarden Dollar über ihren insgesamt 186.000 Mitarbeitern aus, im Schnitt $201.500/Person.

wallstreetchristmas
Weihnachten an der Wall Street

Dabei hatten wir bettelarme Nichtwallstreeter schon im Vorjahr den Kopf geschüttelt, als es $36 Mrd in den Advent schneite. Wie das zusammenpasst mit den bisher 45 Milliarden an Abschreibungen der Großbanken im “Sub Prime”-Morast? In den Glastürmen Manhattans lief das Geschäft zumindest bis in den Sommer hinein so gut, dass trotz der jüngsten Krise der Umsatz auf $135 Mrd. stieg, ein plus von 1,7% gegenüber dem Vorjahr. D.h., auch die Bonuszahlungen klettern in noch luftigere, für uns, die “was lernen hätten sollen”, unvorstellbare Höhen. Wen wunderts, dass der Luxus-Juwelier Tiffany knapp vor “Bonus Time” eine Filiale direkt an der Wall Street aufsperrte (und dass die ganzen Luxus-Condo-Türme nach wie vor ungebremst die New Yorker Skyline verdichten…). Bloomberg kalkulierte weiter, dass allein die “Fees” für das Arrangieren von Firmenverkäufen (Private/Equity-Deals etwa, wo Firmen gekauft, ausgequetscht – sorry! modernisiert! – und dann mit Riesenprofit weiterverscherbelt werden) $9 Mrd ausmachten. $5 Mrd brachten IPOs ein.

Es muss den 225.000 Amerikanern, die wegen steigender Zinsraten ihr Haus nicht mehr abbezahlen konnten und es verloren, wie ein Hohn vorkommen, dass Ferrari-Dealer, wie im Vorjahr, hübsche Girls Flugzettel vor den Headquarters der großen Investmentbanken verteilen lassen. Aber so ist das im Kapitalismus, so der Tenor hier. Und die Gemüter beruhigen soll offenbar in der neuentflammten Debatte über die fetten Banker-Schecks, dass Industrieanalysten bereits ankündigen, das nächste Jahr werde dann auch “wirklich horriblis” werden: Bis Mitte 2009 sollen sich weitere fast 700.000 Haushypotheken im Wert von $143 Mrd in Luft auflösen – ein schon recht stattlicher Anteil bei einem Gesamtwert in diesem Immobilien-Segment von $800 Mrd.

In einem Telefonat mit mir hatte Börsen-Guru Heiko Thieme den Gesamtschaden des “Sub Prime”-Sumpfs auf bis zu $250 Mrd geschätzt, andere sprechen sogar von $400 Mrd. 24.000 Jobs gingen auch im Finanzsektor heuer verloren – zumindest gibt es für viele noch ein dickes Abschiedsgeschenk.

P.S.: Maxwells bleifreie Thomas-Züge sind eingetroffen – nach 5 Monaten. Es tat Maxwells Euphorie keinen Abbruch (siehe unten), vor allem nachdem ich ihm nach Wochen des Dauerlamentierens bereits vorher einen neuen James kaufen hatte müssen…

max

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