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Wir sind nicht die einzige Familie, in der die epische Demokraten-Vorwahlschlacht zwischen Hillary Clinton und Barack Obama hitzige Diskussionen entfacht. Natürlich geht es bei uns nicht so hochkarätig zu, wie im Hause Schwarzenegger, wo sich der Terminator auf die Seite des Vietnam-Kriegshelden John McCain schlug und sich wahrscheinlich am Frühstückstisch so einiges anhören wird können von JFK-Nichte und Gattin Maria Shriver, seit Sonntag offiziell Obamanianerin, sowie wohl auch seinen Teenager Töchtern Katherine und Christina. Noch lustiger der Ehekrach im Hause Rangel: Der gewichtige Harlem-Kongressabgeordnete Charlie Rangel, der Hillary 1999 ermutigte, ihre Solo-Polit-Karriere im „Empire State“ zu starten, hatte Obama indirekt als „stupid“ bezeichnet. Bis Gemahlin Alma ihm über den Mund fuhr: „Obama hat die Gabe, das Land zu vereinen und sich für das einzusetzen was richtig ist, und nicht nur populär“, tönte sie. Take that Charlie!

Ich persönlich, ist ja kein Geheimnis, bin längst zum Obama-Fan geworden. Wirklich kapiert hatte ich „Obamamania“, als mir bei meinem Lokalaugenschein in Iowa die Gänsehaut auflief: Die bunte Menge, die an seinen Lippen hängt, seine mitreißende Rhetorik mit elegantem Tempowechsel wie in einer Symphonie. Obama lässt einen Hauch von Geschichte durch die Halle wehen.

Sohnemann Maxwell ist hingegen schon recht ermüdet von meinen gelegentlichen Obama-Sprechchören vor dem Computerschirm, wenn neue Umfrage oder celebrity endorsements auftauchen. „Stop this Obama-Thing“, protestiert er. Nachdem Obama kein Dinosaurier ist, hat er im Weltbild meines jungen Paläonthologen keinen Platz. Komplexer sind die Debatten mit Estee, die nach wie vor – und trotz meiner Dauerlobpreisungen – hin- und hergerissen ist. Natürlich schätze sie, dass Obama die Chance auf ein „frisches Gesicht“ nach 19 Bush-Clinton-Jahren biete. Doch: Hillary habe mehr Erfahrung, das Land endlich wieder in Schwung zu bringen. Sie weist auch darauf hin, wie die USA in Ära Clinton I aufblühten. Wer, sagt Frauen seien emotionaler? Für Estee ist es pure Pragmatik: Hillary und Bill könnten schneller und effektiver den Bush-Karren wieder aus dem Dreck ziehen.

Eine Meinung, die auch einige in unserem Freundeskreis teilen: Hillary sei „erfahrener“, die Zeit „zu ernst für Experimente“, erstaunte mich eine Bekannte, selbst Afroamerikanerin. Doch dann führt wieder eine Blitzumfrage bei der „Super Bowl“-Party meines Nachbarn Steven zu einem Stakkato an Obama-Nennungen. Erstaunlich, denn es war keinerlei eine Generationen-, Geschlechter- oder Rassenfrage: Fast alle befragten Obama-Fans waren weiße Frauen über 50.


Maria Shriver erläutert ihre Obama-Wahlempfehlung