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US-Reporter kennen eine gute Story, wenn sie eine sehen (ja, so makaber ist das Geschäft): Deshalb hat der 73-jährige Josef F. mit der unfassbaren Inzeststory das kleine Austria derart ins internationale Rampenlicht katapultiert, wie es nicht einmal Jörg Haider 1999 schaffte – oder, mit positiverem Dreh, der 2003 zum „Governator“ gewählte Arnie. Das Medien-Inferno brach los zuerst am Internet, als die Story Sonntag abends zur Top-Meldung der wichtigsten News Sites wurde: Auf Google News, dem automatisiertem Info-Portal des Suchgiganten, rangierte Mr. F. (Bild) fast 24 Stunden lang auf Platz Eins, CBS.com machte das „House of Horrors“ in Amstellten zum Aufmacher, CNN.com folgte Montag morgen. Die TV-Kanäle und die großen Tageszeitungen á la New York Times zogen mit dem üblichen News-Lag zum Internet nach: Alle großen Kabelkanäle lieferten erste Reportagen über das Kellerverlies, die Evening News der Networks dürften heute abend folgen. Der Hype ist verständlich: Einen mutmaßlichen Täter, der seine eigene Tochter 24 Jahre in den Keller sperrt, sieben Kinder mit ihr hat und drei davon ebenfalls wegsperrt, hat noch nicht einmal die sonst an bizarre Verbrechen gewohnte Supermacht erlebt.