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Auch fünf Tage nach dem Losbrechen der alptraumhaften Inzeststory um Josef Fritzl geistert das Amstettener „House of Horrors“ in eskalierender Intensität durch die US-Medienlandschaft. Die Geschichte hat Beine, wie es im Journalisten-Jargon heißt. Und es kommt laufend Nachschub: Die Wiedervereinigung der vielleicht makabersten Familie der Erde; Fritzls Holiday-Videos aus Thailand (die am Donnerstag durch die Kabelkanäle geisterten (Bild)); neue Untersuchungen, ob er in einen Morde 1986 verwickelt ist. Die New York Post publizierte am Mittwoch sogar ein von der „Times of London“ übernommenes, einseitiges Dossier über den Inzest-Horror aus Austria.

Am Kabel-Kanal MSNBC ist Mr. Fritzl „Dauergast“ in der Primetime-Show des Staranchors Dan Abrams: Der rattert täglich die schockierenden Fakten des Falles so komprimiert und beschwörend herunter, dass wohl Millionen der sonst in Sachen Crimestories abgebrühten Amis in den Sofas ihrer Wohnzimmer völlig fassungslos den Kopf schütteln. Und als Österreicher in New York? Nun ja, Freunde rufen mitunter an und hänseln: „Der ist aus Österreich, der Typ, oder?“ Die gestellte Unschuld ist augenscheinlich. Und ich lache bei Interviews oder Gesprächen inzwischen wieder recht verlegen, wenn ich meine Herkunft verrate. Wie damals 1999 als Jörg Haider das Image der Alpenrepublik hier aufpolierte.