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Josef Fritzls Inzesthorror schafft es inzwischen in prominenter Aufmachung in die US-Renomierzeitung New York Times: Unter dem Titel „Dungeons & Austrians“ (“Verliese & Österreicher”) beschreibt der Austroamerikaner John Wray (“Die Rechte Hand des Schlafes”) auf der Meinungsseite die unheimliche Serie an Verbrechen in Austria, wo Opfer jahrelang in Kerkern weggesperrt seien. War das Land noch geschockt über den Fall Natascha Kampusch, sehe nun das Verbrechen des damaligen Täters Wolfgang Priklopil wie ein „Lausbubenstreich“ aus. Dabei hatte Österreich, das durch den Waldheim-Unfall bereits in den Achtzigern sein idyllisches “Sound of Music”-Image einbüßte, zuletzt Grund zur Hoffnung gehabt, wieder in den Metropolen der Welt wie Paris, London oder New York in besserem Licht gesehen zu werden, so Wray: Michael Haneke gewann 2001 in Cannes einen Preis für den Film “The Piano Teacher”, Elfriede Jelinek 2004 den Literatur-Nobelpreis, zuletzt gab es sogar einen Oscar. Doch nun sei Österreich wieder als “Land der Verliese”, wie es die “Times of London” auf den Punkt brachte, in die Defensive geraten. Und aus Gesprächen mit seinen Wiener Freunden hat Wray auch prompt erfahren: Es muss eigentlich ein NIEDER-österreichisches Phänomen sein – da beide Horrorfälle dort stattfanden.