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„Presumptive Nominee Obama?“ Der linke Internetdienst Huffington Post stellt es in den Raum. Is that it? Obama? Nach all den Monaten will es kaum jemand wahrhaben. „Die Würfel sind gefallen“, brachte es sein Kampagnenmanager David Plouffe auf den Punkt. Obama gewinnt North Carolina deutlich, Indiana machte er zum Thriller. Hillarys letzte Chance, den von ihr erhofften „Game Changer“ zu erzielen, ist verpufft! Jetzt wird es eng für sie. Sehr eng. Lange kann sie sich selbst und der Nation nichts mehr vormachen: Anstatt aufzuholen ist sie in der Delegiertenzählung weiter zurückgefallen. Nur mehr 217 „gewählte Delegierte“ werden in den nächsten sechs Primaries vergeben – West Virginia (13. Mai), Oregon und Kentucky (20. Mai), Puerto Rico (1. Juni) sowie Montana und South Dakota (3. Juni).

Sie kann Obama nicht mehr an die Wahlurnen überholen. Und auch bei den Superdelegierten zeichnet sich keine Unterstützungs-Tsunami in ihre Richtung ab (im Gegenteil). Hillary könnte die „Nuklear-Option“ anwenden, d.h. eine Zulassung der Delegierten der boykottierten Primaries in Michigan und Florida erzwingen wollen. Doch damit würde sie einen kompletten Aufstand der Obama-Fans provozieren. Die Stimmung ist ohnehin bereits gefährlich vergiftet, wie Exit-Polls dramatisch zeigen: 60 % der Obama-Fans wären „extrem unzufrieden“, wenn Hillary zur Kandidatin gekürt werden würde. Umgekehrt sind es sogar zwei Drittel. 40 % der Hillary-Fans in Indiana sagten, sie würden sogar McCain Obama vorziehen. Beide haben ihr Zielgruppen-übergreifendes Appeal komplett verloren: 70 % der über 65-Jährigen wählen Hillary, 92 % der Schwarzen Obama, weiße Frauen und weiße Wenigverdiener Hillary, Besserverdiener und Junge Obama. Der Trend ist nicht neu, doch die Gräben immer tiefer.

Der Druck auf Hillary wird deshalb massiv steigen, zur Seite zu treten und eine „Heilung der Partei“ zu ermöglichen. Camp Obama spricht bereits vom 20. Mai, dem Tag der Primaries in Oregon und Kentucky, als „D Day“: Dann könnte Obama die Mehrheit der gewählten Delegierten endgültig in der Tasche haben und sich zum Sieger erklären. Doch viele glauben, dass es viel schneller gehen dürfte. Was hat ihr das Genick gebrochen? Ihrem billigen Politpopulismus, als sie als plötzliches Hackler-Idol mit Pick-Ups herumdüste, billigen Sprit forderte, Krügerl kippte, dem Iran die Auslöschung und OPEC die Zerschlagung androhte, wurde eine glatte Abfuhr erteilt: Obama blieb cool, wählte in der Sprit-Debatte um den benzinsteuerfreien Sommer den unpopulären doch „präsidialen“, besonnenen Kurs – und gewann!