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Hat ja nicht lange gedauert: Falls Hillary noch irgendwelche Zweifel hat, wer das Dems-Duell gewonnen hat, soll sie sich das Anrollen der Kotzkübelkampagne der Rechten gegen Obama zu Gemüte führen. Die haben den Sensationssieger natürlich längst als ihren Kontrahenten klar erkannt und nehmen ihn ins Visier. Obama soll definiert werden: Als Grünschnabel, Terroristenfreund, Moslem, Amerikahasser. Material gibt es ja genug: Jugendliches Gesicht, erst zweieinhalb Jahre im Senat – ein Witz im Vergleich mit McCain, der so aussieht und sich so erfahren gibt als wäre bereits der der Errichtung des Kapitolgebäudes dabei gewesen (dass er mitunter Sunniten und Schiiten durcheinanderhaut, kann sich der 71-Jährige locker leisten). „Naiv und unerfahren„, dozierte Professor McCain herablassend über Obamas Ideen, den außenpolitischen Kurs der schlingernden Supermacht radikal zu ändern. Erfahrung ist eben alles. Genau wie bei Cheney und Rumsfeld etwa, an deren geballte Weisheit sich gleich mehrere Generationen erinnern werden.

Dann ist da natürlich die Sache mit dem Patriotismus, besonders bei jemanden der Obama, Barack und Hussein heißt und mit Moslemkids in Indonesien in die Volksschule ging: Zuletzt musste der Arme mit der US-Flaggenanstecknadel am Sakko herumlaufen, um natürlich völlig unnotwendigerweise seine unbändige Liebe zu der guten alten U-S-of-A zu demonstrieren. Aber vielleicht treffen die dumpfen Yeeehaa-Köpfe den Nagel sogar auf den Kopf: Obama ist tatsächlich wegen Genen und globalem CV mehr offener Weltbürger als vernagelter Hurrapatriot, der die Welt bloß durch die blaugesterndelnde Brille sieht.

Jetzt hat sich die Grand Old Party auch noch seine Frau Michelle vorgeknöpft: Die lokale GOP im Trailertrash-Staat Tennessee ließ ein vierminütiges Video los, wo die brillante Anwältin durch den Kakao gezogen wird, da sie erst „zum ersten Mal auf die USA so richtig stolz“ gewesen sei, als der Siegeszuges ihres Gatten begann, wie sie einmal sagte.

Und dann ist natürlich der Mr. 27-Prozent-Popularität: Gerade hatte er uns noch vor Tagen fast das Herz gebrochen mit dem rührenden Eingeständnis, dass er mit dem Golfspielen aufhörte, da in dem von ihm höchstpersönlich losgetretenen Krieg täglich so viele junge GIs von Bomben zerfetzt oder Kugeln gesiebt werden. Zeit, nach all dieser Gefühlsduselei gleich mal ordentlich nach „Obambi“ zuzulangen. Bush verwechselte die israelische Knesset mit dem War Room seiner Wahlkämpfe, wo einst Rufmordmeister Karl Rove immer üblere Kampagnentricks ausbrütete. Obamas Vorschlag, Irans Ahmadinedschad mit einer Diplo-Offensive weichzukochen, sei vergleichbar mit der Appeasement-Politik gegenüber Hitler. That´s more like it, W!

Doch die allerfiesesten Attacken überlässt die Partei des Anstandes stets Privatinitiativen: Humorige Gesellen in Georgia ließen bereits T-Shirts verteilen, mit Obama als „Curious George“, als neugierigen Affe, draufgedruckt.