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Es hat ja ein paar Tage gedauert. Und es gab ein erstes hochnäsiges Meckern über den fehlenden Umwerffaktor der Hawaii-Insel Kauai. Doch letztendlich haben wir das Paradies gefunden. Highway 56 wird nach der Hanalei Bay im Norden der Insel immer schmäler, windet sich durch die eskalierend dschungelartige, tropische Vegetation. Eine schroffe Bergkette türmt sich auf, durchzogen von dutzenden Wasserfällen. Die Spitzen sind wolkenverhangen, heftige Regenschauer entladen sich. Während am Strand die Sonne vom azurblauen Himmel brennt. Offenbar verwirren die winzigen Landflächen in den Weiten des Pazifik das Wetter derart, dass ein komplexes Mikroklima entsteht. Das Meer, betrachtet von den Serpentinen in den steilen Berghängen zwischen den Buchten, ist sattblau. Ein tiefblau, wie es nur der weltgrößte Ozean zustandebringt.


Cast Away: Max am Ke´e-Strand

Dann ist der Highway zu Ende – und wir starren staunend in eine Kulisse, die wohl einzigartig auf deisem Planeten ist: Hinter dem weißem “Ke´e”-Sandstrand, der türkisfarbenen Bucht mit “poolklarem” Wasser und Korallenriffen, fällt das Bergmassiv in fast senkrechten Wänden in der spektakulären, von jeglichen Straßen verschonten Napali-Küste in den Pazifik. Der Fels ist pechschwarz, Vulkangestein. Darauf sprießen, angetrieben durch eine der weltweit größten Niederschlagsmengen Farne, Palmen, Mangobäume, üppige tropische Gräser. Sogar Baby Mia, die wegen dem Durchstoßen von gleich vier Schneidezähnen den Urlaub bisher keineswegs genossen hatte, lässt sich von dem postkartenreifen Naturstilleben anstecken: Sie plantscht fröhlich am Ufer, kichert, wenn Nemos Freunde in allen erdenklichen Farbenkombos vorbeihuschen. “Was macht der Fisch?”, frage ich sie. Sie macht den Mund mit ihrem geschwollenen Zahnfleisch auf und zu. Zum Fressen, die Kleine!

Als wir ein paar hundert Meter den Strand entlang marschieren, sind wir auch noch die, die Idylle entweihenden, mit Klappstühlen und “Bud”-bestückten Kühlboxen ausgestatteten Festland-Surburbianer los. (Unsere Freunde James und Rickie lieferten nach einem Dschungelhike gleich eine neue Kostprobe klassischen Amigeistes: Als die Kids einer Familie inmitten einer Fastkletterpassage den Aufstand wagten, herrscht Dad: “We finish what we have started!” Ja! Wie im Irak!). Wir machen ein paar GAP-Katalog-Fotos von Max in coolen Cast-Away-Posen. Beim Familienfoto schafft es der vorbeimarschierende Gentleman aus der SanFran-”Bay Area”, der kleinen Mia den Kopf abzuschneiden (siehe Foto). Erst beim zweiten Versuch lässt er ihn dran.


Max beim Surfing am Poipu-Beach

Maxwell genießt inzwischen den nächsten Tag in seinem ersten lupenreinen Traumurlaub: Kids brauchen wohl ein gewisses Alter, um Fernreisen richtig schätzen zu können. “Das ist der schönste Tag in meinem Leben”, rief er kürzlich bei Surfversuchen in der Brandung eines anderen Traumstrandes in Poipu. Dann stand er am Bodyboard und surfte wie ein Pro eine kleine Welle zum Strand. Von der Sonne angeschwärzt und mit seinen langen, salzverklebten Haaren sieht er ohnehin wie ein Local aus. Und am besten: Mit James und Rickie hat er gleich zwei persönliche Surf-Lehrer. Aus Australien, einem weiteren globalen Surfparadies, noch dazu. What a Life, denkt sich Daddy. Der hat zum ersten Mal das Meer gesehen, als er 16 Jahre alt war. Und das war die triste Ostsee…