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Demokraten-Conventions sind für die Bauernebels eine Familien-Tradition. Im Jahr 2000 tummelte ich mich mit Estee noch reichlich relaxed und kinderlos bei Al Gores, durch rohe Polizeigewalt überschatteten Parteitag in Los Angeles bei brütender Hitze herum. 2004 reisten wir hoffnungsfroh, dass Kerry den Bush-Spuk beenden könnte, nach Boston (wie die Sache mit dem vom Kriegshelden zum Landesverräter geswiftboateten Senator so ausging, wissen wir…). In Boston war Max gerade zweieinhalb Jahre alt. Und übte für seine Terrible Twos. In heitereren Momenten sang er lauthals die Songs seines Lieblingsfilmes “Annie” durch die idyllischen Gassen der Neuengland-Metropole.

Nun sind wir zu viert – und beim nächsten Parteitag eingeschwebt: Denver, der historischen Krönungsfeier des Kennedys unser Lifetime, Barack Obama. Die Starpower des Events strahlt bis zum Terminal des NY-Flughafen La Guardia zurück: Brav wartet da auf den “United”-Linienflug, wie wir alle, der Starmoderator der “Today Show”, Matt Lauer (siehe Foto ganz hinten). Es stimmt mich fröhlich, dass der Mediensuperstar mit Millionensalär beim Reisen auch nicht wahnsinnig viel mehr Privilegien hat wie ein einfacher Ösi-Korri. Außer der Business Class vielleicht. Während ich versuche die herumtrollende Mia und den auf sie so nerzenzerfetzend aufpassenden Maxwell mit Lauer im Hintergrund einzufangen, wird der bereits von anderen Passagieren gemobbt. Das Reisen als tägliches TV-Gesicht an Millionen US-Frühstückstischen muss spassig sein. Die Fragen waren sicher tiefschürfend: Wie war es in Peking? Oder wie ist das so, wenn man Präsidenten interviewt?

Max bekommt jedenfalls, sechsjährig, weit mehr mit als noch in Boston. Bei einem Newsstand fragt er mich, ob ich nicht ein “Newsweek” kaufen will. Obama sei am Cover, sagt er: “Und Biden!” Wow. Journalistenkind. Vielleicht hat er sich den Biden eingeprägt, als ich beim Picknick zu Mias einjährigem Geburtstag am Laptop die “CNN.com”-Livebilder des Biden-Anwesens laufen hatte, als die Nation auf Obamas Vizewahl wartete. Wie gesagt Korrespondentenkind. Und 2012? Max ist dann zehn, Mia fünf. Und hoffentlich ist es wieder ein Obama-Parteitag und wir sind diesmal zum Parteitag des künftigen Präsidenten gereist.