Print Friendly, PDF & Email

Ich sitze am Gehsteig der weltberühmten Bourbon Street, French Quarter, New Orleans – und bin fast Homeless. Fast, denn die Kollegen der britischen ITV haben versprochen, mich in ihr Quartier hineinzuschmuggeln. Ein wenig Bange war mir schon, Stunden vor Hurrikan Gustav dort herumzuirren.

Mein Hotel, bei dem ich in der Früh so elegant buchte, war ziehmlich fest geschlossen – und die anderen haben Sonderverträge mit Anderson Cooper & Co. Und niemand, außer meinen Reporter-Kollegen, ist hier sonderlich hilfsbereit: Während mir neben den Briten auch ein AP-Fotograf den Vordersitz in seinem RV angeboten hat, sind die Hotel-Security-Typen zum Abgewöhnen. Und in einem arabischen Restaurant sagt einer der netten Jungs: „2000 Dollar! Or sleep in Street“. Vor anderen Hotels, die allesamt kaum belegt sind, werde ich belehrt, dass ein Hurrikan im Anrollen ist. Patronizing.

Im letzten Moment kam ich noch in die Stadt rein: Der letzte Norh-West-Flug von Memphis (TN) nach Baton Rouge, dem St. Pölten Louisianas. Wegen einer Gewitterzelle und gefährlichen Seitenwinden von 45 mph, mussten wir 20 Minuten im Kreis fliegen. Die Fahrt nach New Orleans ist gespenstisch: Die Evakuierung ist vollständig abgeschlossen – am I-25 komme ich wegen dem fehlen jeglicher (!) Vehikel rasch voran. Nur die ersten Windböen schütteln den Wagen und mahnen zum Langsamfahren. Dann New Orleans: Menschenleer wie in einem Emmerich-Film. Die Nationalgarde kurvt mit den breiten Humvees durch die Gassen. Diesmal möchte die blamierte “Katrina-Metrpole” samt Bush & Co in der Post-Brownie-Ära alles richtig machen. Ich checke Gustav am iPhone: Das 1 am update sieht ihn kurz vor der Küste wirbeln, 115 mph, Kurs NW 17 mph. Unveränderte Stärke. Erste stärkere Windböen lassen durchdringenden Nieselregen wehen. To be continued.