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UNO-Woche in New York – der Hürdenlauf des Jahres. Freilich, es ist die Mutter aller Security-Herausforderungen: Der wirklich mäßig populäre US-Präsident George W. Bush abgestiegen im Waldorf inmitten der unübersichtlichen Hochhausschluchten Midtowns, die Senkrechtstarterin vom Polarkreis, Sarah Palin, auf APO-„Crashkurs“, dazu 80 Staatschefs. Tausende NYPD-Cops und Armeen an ohrenbestöpselten Security-Guards bewachten die durch die abgesperrten Avenues preschenden Konvois – und verwandeln den Big Apple in einen unbewohnbare, kafkaesken Irrgarten. Denn nicht alles an gutgemeinter Security scheint wirklich smart exekutiert. Eher könnte die Taktik sein, potentielle Angreifer mit einem Schwall ungebändiger Idiotie zur Aufgabe verwirren zu wollen.

Beispiel Abholung meiner UN-Akkreditierung: Das Medienzelt ist in Sichtweite, gleich auf der anderen Seite der First Avenue. Doch die kann nicht überquert werden. Nicht ohne jener Akkreditierung, die auf der anderen Straßenseite wartet. Ich liebe catch twenty twos. Also vier Blocks nach Norden, wo die First überquerbar ist, und dann auf der Ostseite wieder runter zur UNO. Das ist der Plan! Prompt werden wir “eingefroren”, niemand darf nirgendwo hin. Bush!! Eigentlich ein spektakulärer Anblick so ein US-Präsidenten-Konvoi: Zwei identische Limos, dahinter ein schwarzer Riesen-SUV, wo maskierte Secret-Service-„Mother-Beepers“ mit MPs aus den Fenster schauen, weitere Busse mit mobilen Radaranlagen am Dach, Rettungswagen, Firetrucks. Und am Ende ein schwarzes, kastenförmiges Vehikel, das wie ein Leichenwagen aussieht. Darüber knattert zornig ein NYPD-Helikopter, der wilde Kurven knapp über den Skyscrappern fliegt (ich schaue mich bereits vorsorglich um einen Unterschlupf um, sollte die testostoronegetriebene Waghalsigkeit den Piloten irrtümlich in eine Hauswand treiben…).

Nach 20 Minuten werden wir endlich “entfroren”. Doch ich darf plötzlich nicht auf der Ostseite der First zur UNO. “Gesperrt”, teilt mir ein dümmlich grinsender Cop seine eben selbst gerade aufgestellte Regel mit. Zurück zum Übergang weiter unten, wo ich zuerst scheiterte: Diesmal werde ich nicht mal angehalten… Wie gesagt, macht alles Sinn.

Beispiel Zwei: Gala der “Appeal of Conscience Foundation” im Waldorf: Ein Monsterevent mit Sarkozy, Bruni, Bloomy, Ralph Loren, Henry Kssinger, GE-Chair Jeffrey Immelt – und Österreichs Nochkanzler Gusenbauer. Ich verlasse den Pressekonferenzraum kurz, wo Bloomy & Co seit bereits einer halbe Stunde auf den unfashionable laten Sarkozy mit “Weltkörper” (NY Post) Bruni warten (vielleicht wurde auch er von einem Bush-Straßen-Freeze aufgehalten). Big Mistake: Gut gebauter Ohrenstöpsel-Mann erklärt den Presseraum plötzlich off limits. Warum? “Because I said so!”, wird er aufbrausend. Doch während der Super-Profi dann nur mehr mich persönlich überwacht, marschieren links und recht andere Personen in den angeblich geschlossenen Saal. Wie gesagt: Monty Pythons Trottelolympiade.