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Dass wir mit unseren Kids Max und Mia als von zu Hause arbeitende Eltern in einem konstanten Theater des Absurden leben, fällt uns oft gar nicht mehr auf. Dennoch! Da gibt es diese Tage! Der letzte Mittwoch war so einer. Mia (16 Monate) ist wieder mal nicht auf dem Damm. Wir sagen ihrer Nanny ab. Dass Estee und ich unseren Hochzeitstag am Abend zuvor feierten, steigert die Vitalität ebenfalls nicht sonderlich. Ich quäle mich durch meinen “Morgenstoßverkehr” im Redaktionssystem zur Abgabe der Stories. Am Nachmittag nehme ich Mia mit zum Abholen von Max aus seiner Schule, PS 89, mit. Sie muss ja auch mal raus. Das iPhone läutet. “Das ist die PS 89”, schnappe ich Fetzen im Straßenlärm auf. Sitzt Max wieder im Directors Office, weil er was anstellte? “Er fühlt sich nicht wohl – holen sie ihn bitte von der Krankenstation ab”, fährt sie fort. Uff! Bin ich erleichtert! Er ist nur krank!

Als ich die Türe aufmache, kotzt Max gerade in den Mistkübel. Well. Er simuliert offenbar nicht… Irgendwie fühle ich mich auch nicht besonders. Muss der Hang Over sein. Wir nehmen den Bus zurück, der – Lucky! – prompt eintrifft. Max stellt fest: “I am sick!” Great. Ich halte ihm eine Plastiktasche drunter. Kann ja nicht mehr lange dauern mit der Abfahrt. 10 Minuten und wir sind zu Hause. Eine Pensionistin im Rollstuhl rollt an. Sie will am Bus. Der Fahrer trifft Vorbereitungen. Die Bank zum Aufklappen klemmt. Passagiere werden ungeduldig. Ich starre paralysiert auf das Geschehen. Mt. Maxwell lehnt an mir, er kann jederzeit wieder ausbrechen. “Der nächste Bus ist hinter mir”, will der Busfahrer meckernde Fahrgäste loswerden. Er werkt weiter. Eine neue Schar an Passagieren strömt in den Bus. “This is all not happening”, denke ich mir.

Die Mutter eines Maxfreundes bringt Licht ins Dunkel: Das ist der Magenvirus, der in der Schule seit Wochen grassiert. Sie gibt mir einen Papiertüte für weitere Max-Entleerungen. Der Fahrer hat die Frau in den Bus gehievt. Nun will er sie fixieren. Doch wieder ungeduldige Passagiere drängen ins Freie – und machen das Festzurren mit den Schlaufen unmöglich. Ich bin im falschen Film! Das Wissen um den Magenvirus erklärt nun wenigstens, warum ich Maxwells Papiertüte am liebsten selbst füllen würde. Der Bus rollt. Nach 20 Minuten. Die Entladung der Dame, zwei Stopps später, geht verglichen dazu recht flott.

Wir sind da, Max widmet dem Gehsteig seine nächste Ladung. Viel weiß ich dann vom weiteren Abend nicht mehr: Gelegentliche Staus am Klo, wenn ich mit dem Kotzen auf Maxwells Fertigkotzen warten musste. Die Anfertigung der Story-Liste für den nächsten Tag im Fast-Delirium. “Daddy! Daddy!” Ich wache auf. Es ist 0:30 Uhr. Ich fühle mich besser. Auch Maxwells Kotzorgie scheint zu Ende – und die nächste Phase des Magen-Bugs eingesetzt zu haben: Er hat es beim Ausbruch des Durchfalls fast aufs Klo geschafft. Aber nur eben fast. Happy Days!