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Bin am Weg mit dem Zug nach D.C.. Meine Fahrt erzeugt natürlich weit weniger Euphorie als die Obamas am Samstag von Philly nach Washington. Niemand steht bei bitteren Minusgraden und “Hope”- und “Change”-Plakaten entlang der Bahntrasse. Dafür ist die Landschaft nach nächtlichem Schneefall angezuckert, prächitges Winterwetter. Der Zug wird regelrecht gestürmt: Beinahe voll ist er bereits aus der New Yorker Penn Station gerollt. Bei jedem weiteren Stopp sind die Bahnsteige gerammelt voll: Die Inaugurations-Reisenden sind in dicke Jacken gepackt, haben wenig Gepäck dabei, einige bereits IDs um den Hals baumeln oder Obama-Buttons angesteckt. Gute Vorbereitung ist alles: Denn wir reisen in ein “Notstandsgebiet”: Niemand weiß, was passiert, wenn zwei bis drei Millionen über die 560.000-Einwohnerstadt herfallen, deren Stadtverwaltung nicht bekannt ist für sonderliche Kompetenz. Tägliche Horror-News hatten wohl bereits viele abgeschreckt: Hotels verdoppelten die Preise und verhängten Viernächteminums, dazu könnte das Essen knapp werden oder die 5.000 portablen Klos nicht reichen für den Stoffwechsel von Millionen.

Der Euphorie tut das alles keinen Abbruch. Spätestens seit dem bewegenden, starbepackten Rockkonzert am Lincoln Memorial am Sonntag vor 400.000 Fans hält die von Bush & Co in Grund und Boden „regierte“ Nation die Luft an: Nur mehr Stunden bis zum Beginn der Ära das Hoffnungsträgers!
Ein Zusammenrücken ist auch angesichts des Wetterbericht von Nöten: Anfühltemperaturen von – 8 º C sind angesagt – Obama wird der Menge schon allein wetterbedingt mit herzerwärmender Rhetorik einheizen müssen.