Print Friendly, PDF & Email

Amerika ist berühmt für seine unglaublichen Stories, mit den wirklich irrsten Charakteren als „Stars“. Nadya Suleman (33) ist so ein Charakter, die Geburt ihrer Achtlinge so eine Story. Das ganze wirkt immer mehr wie ein misslungenes Drehbuch zu einem B-Movie. The plot: Wirre Kalifornierin beschließt, eine gewaltig große Familien zu gründen. Ihr hätte als Einzelkind die innige Bindung gefehlt, nennt sie als Motiv. Es ist ein Glück, dass Nadya ein krasse Ausnahme bleibt: Hätten alle Einzelkinder ähnliche Visionen, dürfte die Weltbevölkerung bald 50 Milliarden erreichen.


Octomum auf NBC: Wie viel wurde bezahlt?

Und dann sieht sie auch noch so aus wie Angelina Jolie: Wie sehr sie mit OPs nachhalf und ob sie gar beim Kinderscharvergrößern mit ihr wetteiferte, ist noch ungeklärt. Enter „Dr. In-Vitro“: Ein Fruchtbarkeitsspezialist aus Beverly Hills, Dr. Michael Kamrava, der noch dazu so aussieht, wie ein Bösewicht in einem „Austin Powers“-Film, pflanzt ihr Unmengen IVF-befruchteter Embyronen ein. Sie bekommt Kinder: Sechs, zuerst. Ihren Gatten hat sie vorher, im Jahr 2000, ziehen lassen: “Geh, lebe den Leben!”, hätte sie laut Tabloids gesagt.

Das einzig nachweisbare Einkommen sind $168.000 an Unfallrente. $100.000 davon, wie sie zugibt, wahrscheinlich mehr, wanderten aufs Konto des Wunderdoktors. Sie ließ sich Foodstamps auszahlen, schien selbst mittel- und partnerlos mit sechs Kids, eines davon mit Autismus, unterfordert. More Kids also! Nadyas Mutter, die im Tohuwabohu der wachsenden Enkelschar zusehends unterging, flehte den Doktor an: “Bitte, pflanzen Sie ihr keine Embryonen mehr ein!” Vergebens: Sechs hatte Babywahnmum noch übrig. Die mussten alle rein! Das Ergebnis ist bekannt: Das 54-köpfige Ärzteteam, das jetzt wieder eher an den Cast eines Bollywood-Streifens erinnerte, verkündete die Weltsensation.

Die Octomum startete Verhandlungen um das große Geld: Die NY Post berichtete, dass sie $1,2 Mio. wollte – ABC-, Oprah- und CBS-Vertreter standen vom Verhandlungstisch auf, nur NBC blieb. Es wurde ein Debakel: Als CBS am Montag mit ihrer Morgenshow um Meisterflieger Sully die Nation zu Tränen rührte, saß Ann Curry mit recht besorgter Mine dem irren Babywahn-Jolie-Verschnitt gegenüber. Trainwreck nennt man so was in den USA. NBC dementiert natürlich Zahlungen, doch über Umwege floss sicher einiges. Offenbar nicht genug: Suleman hat jetzt ein Website, wo sie um Spenden bittet. Dazu verhökert sie ihr privates Fotoalbum, darunter ein Dokument des Grauens, wo sie ihren volkswagengroßen Achtlingsbauch herzeigt.

Und während TV-Teams und Paparazzi Dr. In-Vitro durch Beverly Hills jagen, ist Nadya untergetaucht: Die Zeiten sind nicht rosig, und dass nun Steuerzahler ihre $1,5 Mio. hohe Spitalsrechnung indirekt berappen müssen, kam nicht recht gut an.