Im kultigsten Park der Erde: Marsch über die New Yorker „Highline“


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Die einfachsten sind immer die besten Ideen: Die Umwandlung der alten Güterzugschienentrasse aus den Dreißigern an der Westseite Manhattans in einen der vielleicht kultigsten, urbanen Grünflächen der Erde bedurfte wenig Umgestaltung. Seit Jahrzehnten rostete die Stahlkonstruktion der Highline entlang der 10th Avenue vom Meetpacking District bis zur 34. Straße vor sich hin, das Schotterbett der Schienen längst überwuchert wie in Will Smiths „I am Legend„.

Jetzt ist die Brücke zwar frisch gestrichen, erhielt moderne Stiegenaufgänge und vollverglaste Lifte. Doch die Überwucherung, das desolate Feel der Trasse, wurde bei der Renovierung weitgehend beibehalten. Eben kunstvoll überwuchert ist das Ding jetzt. Und es ist nicht sarkastsch gemeint: Das wilde Ensemble aus Blumen, Sträuchern und Bäumen inmitten der mäandernden, ebenfalls effektiv auf “verwittert” getrimmten Gehwege wirkt gelungen. Dazwischen platzierten die Landscape-Designers “James Corner Field Operations“ und Architekten „Diller Scofidio + Renfro“ aus dunklem Holz gestylte Bänke und Sonnenliegen. Sehr cool. Und für den Mangel an Sonnenschein diesen Frühsommer können sie ja nichts.

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Der Ausblick spricht ohnehin Bände: Unten das dicke Kopfsteinpflaster des Meetpacking Districts, heute eine der teuersten Ausgeh- und Shoppingmeilen des Big Apple. Nach Nordwesten hin nehmen einige der mutigsten architektonischen Impulse Form an. Auf der anderen Seite die wuchtigen Warehouses und Backsteinbauten von Chelsea – mit den charakteristischen Wassertürmen obendrauf.

Der Andrang war bei unserer Besichtigung zwar nicht so gigantisch wie bei Christos “The Gates”, dennoch marschierten beeindruckte New Yorker in Massen. Uns hat es gefallen. Und Kids sind Kids: Mia war es egal (sie schlief) und Max galoppierte über ein paar Parkbänke – und freute sich dann eher auf die Eischreme im Chelsea Market. Doch richtig witzig war der Brunch davor im Restaurant “Fatty Crab” mit malaysischer Küche, um die Ecke der überteuerten und von Stars und Touristen heimgesuchten Speisetempel der Gansevoort Street. Die Küche ist authentisch, die Kellner sind ziegenbärtige Surfer-Dudes aus North Carolina, aus den Boxen dröhnt Hardrock. I love New York.

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