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Das verwirrende Drama um den Tod von Michael Jackson erreicht stündlich wirrere Dimensionen. Das letzte: Begräbnis, öffentlich, “Staples Center”, Dienstag, 10 Uhr. Oder 12. Hoffentlich. Denn der Jackson-Clan agierte bisher reichlich konfus. Der Zusammenbruch praktischer aller bestehender Medienstrukturen half ebenfalls nicht bei der Orientierung. Der Goldstandard an Seriosität bei der Jacko-Coverage ist jetzt TMZ. Genau: TMZ.com. ,

Was kann geglaubt werden? Rückblende: CNN und auch TMZ berichten, dass das Begräbnis auf Neverland stattfinden soll. Und all die Details: Konvoi von L.A. 200 km nordwärts, von den Toren dann mit einer weißen Kutsche zum Aufbahrungsort. Jackson im “Trommler-Kostüm” (Schulterpolster and all), eine Hand im berühmten, weißen Handschuh, Glassarg. Fans belagert die Ranch, News-Flieger kreisten darüber, Luftaufnahmen der Blumen pflanzenden Gärtner landeten auf den Entertainment-Blogs. Sogar die weiße Kutsche wurde auf einem Flachbett-LKW am Highway am Weg zur Trauerfeier gefilmt.

Problem bloß: Offiziell waren die Pläne nie bekannt geben worden – und diverse Plappermäuler im Zirkus namens Jackson-Clan hatten die Ideen ausposaunt, bevor die Behörden das OK erteilt hatten. Doch die lehnten ab. Laut Gesetz darf niemand in Kalifornien auf einem Privatgrund beerdigt werden. Verständlich: Um Begräbniskosten zu sparen könnten zu freie Bürger ihre Verwandten allesamt gleich hinter den Pool verscharren.

Also: Frustrierte Fans reisen ab, verwirrte Korris der Weltpresse telefonieren hektisch – und sind wohl froh, dass sie nicht vier Tage lang aus ihren Mietautos heraus werken müssen (da Hotels und alle sonstigen Ressourcen von den US-TV-Stationen mit ihren Millionenbudgets weggeschnappt würden).

Jetzt also Staples Center, heißt es. Immerhin hat die Jackson-Familie jetzt einen hochkarätigen Publizisten, Ken Sunshine, der sonst Leonardo DiCaprio vertritt. Er verschafft Klarheit: “Kein Kommentar”. Endlich ist die Kommunikation in guten Händen. Und die Plappermäuler hat er erst recht nicht im Griff: $25 soll als Eintritt verlangt werden, wird dem Webdienst RadarOnline zugesteckt.

Profitgier des Clans? Nicht unbedingt: Finanziert müssen die horrenden Sicherheitskosten werden. Und wie viel die Familie von Jacksons Erbe bekommt, ist nach dem Auftauchen des Testaments mehr als fraglich.