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Was für ein “Urlaub”. Die Anführungszeichen sind von zentraler Bedeutung: Denn kaum fühlte ich mich so ausgelaugt nach einer angeblichen “Erholungsphase”. Hier gleich ein “Spoiler Alert”: Paare, die rätseln, ob sie sich das Großziehen von Kids zutrauen, bitte nicht weiterlesen!

Die Ausgangslage: Der Dad eines von Maxwells Freuden hatte uns eingeladen, eine Woche in Southampton in seinem, für den Sommer gemieteten Haus zu verbringen. Der gute Mann sagte nie wirklich, was er genau macht beruflich – irgendwas mit Finanz. Recht offensichtlich: Riesenapartment in Midtown, BMW-Sportscabrio, Hampton-Haus, the works. Wir dachten spontan: Why not? Max war begeistert, wir wohl zu beschäftigt, um eine Minute in das Überdenken möglicher Schattenseiten zu investieren.

Die wurden in den ersten Minuten nach unserer Ankunft offensichtlich: Mia, knapp zwei Jahre alt, teste, wie sie in der neuen Umgebung in Windeseile ihr Leben lassen könnte. Da galt es zunächst das Fenster in unserem Schlafgemach im Dachgeschoss rasch zu schließen: Mia lehnte prompt, während wir die Koffer abstellten, am nicht recht solide montierten Mückenschirm. Vier Meter unter ihr der Betonboden. Dann der Pool! Auch hier tanzte die Kleine fröhlich am Beckenrand herum, greift ins Wasser und ruft begeistert: “Waooo” (miaisch für Water). Genau: Todesfalles Nr. 2! Hinter dem Haus geht es ohne Zaun und Gate gleich auf die Straße: Nr. 3! Was vergessen? Die steile Stiege vom Obergeschoß in den Wohnraum etwa: Ein Köpfler da hinunter und wir sind – bestenfalls! – am Weg zum ER. Dass in der Blumenwiese die offenbar wiederauferstandenen Bienen am Klee laben, hätte auch leicht die Frage beantworten können, ob Mia oder Maxwell auf Bienenstiche allergisch reagieren. Glücklicherweise blieb diese Frage unbeantwortet.

Es darf vermutet werden, wie genau jede von Mias Bewegungen überwacht werden mussten – komplettes Einspannungspotential inklusive. Dafür kann niemand etwas natürlich, auch wenn wir uns gefreut hätten, wenn unsere Gastgeber nicht mitunter das Fenster in Wohnzimmer aufgemacht hätten…

So weit, so relaxing: Eingeladen war dazu auch die Mutter des Gastgebers und deren Lebensgefährte. In der Früh wurden wir so um 10 Uhr gefragt, ob das Enkelkind bereits gefrühstückt hätte (der Rest seiner Familie genoss da noch ein Morgenschläfchen). OK, alles klar, wir kennen uns aus. Und dass die innige Freundschaft der beiden Boys rasch im Lagerkoller der wirren Urlauberkonstellation in explosiven Schreiduellen und Heulkrämpfen implodierte wird kaum verwundern. Nun ja, immerhin bleibt ja noch der idyllische Urlaubsort in den weltberühmten Hamptons… To be continued….