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Senatoren wie Joe Lieberman oder Ben Nelson entscheiden über das Schicksal von Millionen? Jetzt platzte NYT-Kolumnisten und Nobelpreisträger Paul Krugman der Kragen: Nach dem bizarren Theater des Gerangel um die nötigen 60 Stimmen zur Verabschiedung der Gesundheitsreform – wo zuletzt Nelsons Stimme „gekauft“ wurde, indem sein Staat Nebraska finanziell nichts zur Reform beitragen muss, sieht Krugman das US-Parlament abgedriftet in eine „gefährliche Dysfunktionalität“. Der überwältigende Triumph von Obama und den Demokraten 2008 hätte ihnen in jeder westlichen Demokratie das Mandat gegeben, weitreichende Reformen durchzuführen, so Krugman. Doch der „Filibuster“, für dessen Überwindung 60 der 100 Senatoren nötig sind und der mit keinem Wort in der Verfassung erwähnt ist, sorgt heute für totale Schockstarre in der US-Politik. Der Grund: Im heutigen politischen Eiszeitklima wird bei 70 % der Gesetzesdebatten0 mit einem Filibuster gedroht, 1960 waren es bloß acht Prozent.