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Nach der Veröffentlichung eines Hinter-den-Kulissen-Buches über die Wahlschlacht ´08 zweier „Time“-Autoren gerät der Demokraten-Führer im Senat, Harry Reid, massiv unter Druck: Reid hatte einst Obama gute Chancen eingeräumt, da er nicht ganz so schwarz sei und keinen „Negro-Dialekt“ spreche. Die rassistischen Aussagen entfachten einen Feuersturm: Reid selbst rief Obama an und entschuldigte sich. Obama akzeptierte und nannte das Kapitel für ihn als „abgeschlossen“. Doch die GOP fordert Reids Kopf. Vor allem wegen eines angeblichen Doppelstandards: Der Republikaner Trent Lott musste 2002 den Senatsvorsitz-Posten räumen, nachdem er meinte, die Nation wäre besser dran gewesen, hätte sie 1948 den heutigen Senator Strom Thurmond zum Präsidenten gewählt. Thurmond führte damals eine Bewegung an, die sich für strikte Rassentrennung einsetzte.

Das Polit-Tellall sorgt auch an anderen Fronten für Sprengstoff. Bill Clinton machte etwa Hillary-Gegner Obama in einem Telefonat mit Ted Kennedy herunter: Obama hätte vor einigen Jahren „gerade mal den Kaffee geholt“, so der Ex-Präsident überheblich. Hillarys Stab hatte dazu ausrecherchiert, dass er im Jahr 2006 eine länger andauernde Affäre gehabt hatte. Sie zitterten vor möglichen Sex-Enthüllungen den ganzen Wahlkampf lang. Das Buch erwähnt jedoch keinen Namen der möglichen Bill-Gespielin.

Obama, sonst Mr. Cool, platzt auch mitunter der Kragen, so der Bestseller: Als sein Vize Joe Biden mitten in der heißen Wahlkampfphase gegen McCain dozierte, dass Amerikas Feinde Obama als „jungen Präsidenten testen werden wie einst Kennedy“, schäumte Obama gegenüber seinem Team: „Hört der dann irgendwann auf, diesen Schwachsinn zu verbreiten?“ Game Change ist seit Wochenbeginn im US-Buchhandel.