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Harte Abrechnung mit der „Lage der Nation“ durch den brillanten NYT-Kolumnisten Frank Rich: Obwohl Rich sonst gerne mit Obamas Kompromiss-Politik des ersten Amtsjahres abrechnet, gab er dem Präsidenten für die „State of the Union„-Rede gute Noten. Der Seitenhieb auf die Höchstrichter war gerechtfertigt, seine wichtigsten Ziele blieben großteils intakt (nach den jüngsten Rückschlägen war mit einer größeren Verwässerung gerechnet worden). Und Obama erfrischte mit Humor und Schlagfertigkeit. Doch der Kongress, Washington? Der politische Zustand Amerikas ist nur mehr als „totale Lähmung“ zu bezeichnen: Apples Präsentation des iPad war deshalb mit mehr Aufregung begegnet worden als Obamas bisher wichtigste Rede, so Rich, da die Bürger inzwischen Steve Jobs eher zutrauen, für „Change“ zu sorgen, als dem dysfunktionalen Washington. Rich zitiert den Historiker Alan Brinkley, der nüchtern feststellte, dass bereits das vierte Jahrzehnt anbricht, wo der Kongress versagt, irgendeine der für Amerika essentiellen Reformen zu umzusetzen – sei es Bildung, Gesundheit, Finanzmärkte, Infrastruktur, Einwanderung.