Regengüsse steigern die Nervosität vor den Oscars, nur Waltz will die Nerven bewahren


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Die Hochspannung ist in den letzten Stunden vor den Oscars spürbar. Regengüsse am Samstag steigerten die Nervosität der Veranstalter. Der Rote Teppich vor dem „Kodak Theater“ war bereits in den letzten Tagen mit einer milchig, durchsichtigen Plastikplane abgedeckt worden, die menschgroßen, goldbemalten Oscar-Satuen in Plastik eingewickelt, der Teppichboden ebenfalls durch eine Plane geschützt.

Die Sicherheitsmaßnahmen sind total: Hunderte Sicherheitskräfte sind an strategischen Positionen massiert, ganze Straßenblocks vom Verkehr abgeriegelt, LAs U-Bahn lässt den Hollywood-Stop aus, sogar ein Freeway wird am Oscar-Tag gesperrt. Kurios: Als ich ein Erinnerungsfoto vor dem Arkaden-Eingang des „Kodak Theater“ schießen lasse, beharrt ein Security Guard, die Presse-Akkreditierung umzudrehen. Früher hatten Oscar-Crasher die Plakette fotografiert, kopiert und sich dann mit gefälschten Pässen bei der Party des Jahres eingeschlichen.

Am Nachmittag an den üppig grünen, steilen Hängen über der Pazfikküste zwischen Santa Monica und Malibu. Bei der deutschen Oscar-Party in der Villa Aurora feiern die Stars und die Besetzung des Streifens „Das Weiße Band“ des österreichischen Filmemachers Michael Henke, nominiert für den Oscar als bester, nicht englischsprachiger Film. Doch rasch wird klar: Der wirkliche Star ist Christoph Waltz, dem laut allen Prognosen der Oscar als bester Nebendarsteller für die Rolle als charmanter SS-Psycho in Tarantinos „Inglourious Basterds“ kaum zu nehmen ist.

Geduldig ließ er sich, eingekesselt vom Tross an gut 50 Reportern und unter einem Bombardement an Fragen durch die Villa schieben.
Teils parierte er den journalistischen Großangriff mit einer gehörigen Portion Sarkasmus. Doch insgesamt zeigte er sich recht umgänglich. Deutsche Medien hatten zuvor berichtet, dass ihn „Basterds“-Produzent Harvey Weinstein angebrüllt hätte, dass er mehr Interviews geben solle.

Relaxed wolle Waltz den Oscar-Tag angehen, seine eigenen Hemden bügeln (weil das niemand so gut könne wie er), sich den Smoking anlegen und in die Karawane der Superstars am Red Carpet einreihen. Eine Rede hat er vorbereitet. Waltz: „Als Nominierter habe ich eine zumindest zwanzigprozentige Chance – und sich bei einem Publikum von bis zu eineinhalb Milliarden Menschen sich nichts zu überlegen, wäre wirklich arrogant“.

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