Wilde Achterbahn-Fahrt des „Dow“: Vertippte sich Händler?


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Ein möglicher Fehler eines Händlers führte neben der Griechenland-Krise zum dramatischsten Marktsturz in der Geschichte des Dow-Jones. Binnen 15 Minuten stürzte der Dow 998 Punkte unter die 10.000er-Marke, bevor er sich leicht erfing. Der katastrophale und jähe Absturz des „Dow“-Aktienindex wird, so ein erster brisanter Report des US-Finanzsender CNBC, auf einen „menschlichen Fehler“ eines Händlers der Großbank „Citigroup“ zurückgeführt. Um 14:27 Uhr Ortszeit, die Investoren an der New Yorker Börse NYSE bereits wegen der Griechenland-Krise ohnehin reichlich nervös, soll sich ein Trader bei einem Verkaufsbefehl vertippt haben, „B“ für „Billion“ (Milliarden auf Deutsch) in den Computer eingegeben haben, statt „M“ für Millionen. „Fetter-Finger-Fehler“ heißt so eine Panne im Finanz-Jargon.
Binnen Sekunden war die Hölle los: In wenigen Minuten stürzte der Dow über 900 Punkte – unter die 10.000-Punkte-Marke. Die Welt hielt wieder den Atmen an – wie beim großen Crash 2008. Der Kurssturz soll vor allem durch den Fehlhandel der Aktien des Konsumentenprodukte-Riesen „Procter & Gamble“ ausgelöst worden sein. Das Papier stürzte in 90 Sekunden von über 60 auf 39 Dollar, erholte sich jedoch wieder in wenigen Minuten. Der Kultfirma Apple ging es ähnlich: Von 262 Dollar rutschte die Aktie in Sekunden auf 200. Experten auf MSNBC: Die Großrechner der Banken, die blitzschnell Millionen an „Trades“ abwickeln, dürften die extremen, in dieser Wucht noch nie gesehenen Kursschwankung massiv verstärkt haben. Peinlich: Die Sicherheitsbarrieren der Börsen gegen genau solche Fehler versagten offenbar komplett, der Ruf nach strikteren Reformen der Finanzindustrie wird lauter. Citigroup dementiert vorerst, doch leitet bereits eine Untersuchung ein.

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