Print Friendly, PDF & Email

BP Ingenieure begannen Mittwoch Nachmittag, schweren Ölschlamm in der Operation „Top Kill“ in das Horrorleck zu pumpen. BP zeigt die Aktion live im Internet. Die Operation wird zur Überlebensfrage: Sollte das Leck nicht gestopft werden können, würde Öl aus dem Reservoir jahrzehntelang strömen, so Experten. Obama, immer ärger unter Druck, eilt am Freitag zu einem weiteren Besuch in die Krisenzone. Hintergründe werden bekannt, wie Obama der Kragen platzte: „Stopft endlich dieses verdammte Loch“, hätte er bei einer Krisensitzung geherrscht. Das Weiße Haus nannte den Ölteppich das „größte Öl-Desaster in der US-Geschichte“. Die Öko-Behörde EPA überlegt nun erstmals ernste Konsequenzen gegen BP: Dem Konzern drohen Sanktionen bei anderen US-Opartionen.
+ Immer krasser die Vorwürfe gegen die US-Behorde, die Bohrlizenzen vergibt: Demnach ließen sie Ölfirmen selbst ihre Inspektionsreports ausfüllen, kassierten Geschenke und Schmiergeld. Mitglieder nahmen Drogen, schauten Porno, anstatt Bohrplätze zu inspizieren.
+ Die Kosten der Katastrophe explodieren: BP beteuerte bisher gegenüber eigenen Investoren, das ganze Ausmaß des Schadens noch nicht abschätzen zu können. Das scheint eine Verschleierungstaktik zu sein: Denn BP-Partnerfirmen warnen ihre eigenen Aktionäre bereits weit detaillierter über einen in die „Milliarden gehenden Schaden“, so ABC-TV.
+ „Chemischer Krieg“: Arbeiter, meist lokale Fischer, die von BP zu den Reinigungsarbeiten angeheuert wurden, klagen bereits über massive Gesundheitsprobleme, darunter Übelkeit, Kopfschmerzen und Kurzatmigkeit. Auslöser sollen, so die Arbeiter, eher die versprühten Chemikalien als das Öl selbst zu sein. Zeugen berichten, dass die Probleme begannen, als sie in den Dunst der Sprühflugzeuge gerieten. Die EPA hat BP inzwischen aufgefordert, andere Stoffe als das hochgiftige „Corexit“ einzusetzen, doch BP setzt sich darüber hinweg. Nun droht unter den 22.000 Arbeitern eine ähnliche Krise. wie auf „Ground Zero“ nach 9/11.