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Ich sitze inmitten des neuen, vor exakt 90 Minuten eröffneten Spielplatz – und die Nachbarschaft erbebt, als würde es Cash vom Himmel regnen. Es ist schwer zu sagen, wer mehr aufgeregt ist: Eltern oder Kinder. Viele wirken fast, als wären sie nach tagelangem Herumirren in der Wüste in einer Oase angelangt. Zehn Monate – samt einem ganzen endlosen Winter – ist es her, als der alte “Tyre Swing Park” (wie der Spielplatz wegen seiner ikonischen Autoreifen-Schaukel hieß) geschliffen wurde – um die Promenade zwischen “Ground Zero” und dem “Battery Park” zu verlängern. Die Nachbarschaft hatte den alten Park, trotz regen Umtrieben von Ratten ab der Dämmerung, ins Herz geschlossen.

Es gab daher gegen das Schleifen eine lokale Protestwelle – und sogar einen etwas lächerlichen Kerzenlicht-Marsch am letzten Tag bevor die Bagger kamen. Wir konnten den Baufortschritt von unserem Fenster aus sehen: Zuerst wurde ein Wirrwarr an Leitungen verlegt, dann Geh- und Radwege gebaut. Zuletzt nahm das Layout des Spielplatzes Formen an. Bald standen Boxen mit dem verpackten Equipment herum: Bänke, Rutschen, Klettertürme, Schaukeln. Die Aufregung stieg. Mia fragte am Rückweg von der Day Care immer öfter: “Pa´yground! I go pay´ground”.

Von der Wohnung aus beobachtete sie, wie der Gummiboden in grellen Farben lackiert wurde. Freitag verbreitete es sich schließlich wie ein Lauffeuer, als sich aufgeregte Eltern an allen Straßenecken von Battery Park City zuflüsterten: “Heute, 15 Uhr! Der Park wird eröffnet!” Als ich Max um 15:20 Uhr vom Schulbus hole, will ich ihm die guten Nachrichten überbringen – als ich in der Ferne die Menschenmenge am Spielplatz erblicke. Ich brauche nichts mehr zu sagen! “Playground!”, brüllt Max und sprintet dem Ort entgegen.

Cool ist er geworden, keine Frage: Mit dem silber-glänzenden Gestängen der Klettertürme – einer in der Form einer Apollo-Raumkapsel – und den mit poppigen Farben bemalten Rutschen wirkt das Areal wie die Kindergrippe im Apple-Headquarter in Cupertino. Battery Park City´s „iPlayground“ sozusagen. Max grast die neuen Energieablass-Einrichtungen systematisch ab – und trifft praktisch jeden erdenklichen Freund in der Nachbarschaft. Bevor ich mich abmühe, ihn zum Snack nach Hause zu treiben, schreibe ich lieber gleich vor Ort den Blog. Rund um mich tummelt sich bei der inoffiziellen Blockparty zu Ehren der coolen Spieloase wohl jeder Bewohner der Nachbarschaft mit Kindern.

Und die Konstrukteure können – vielleicht etwas beängstigt – den ultimativen “Elchtest” des Geländes bei maximaler Kinder-Kapazität beobachten. So far so good, alle Geräte stehen noch, keine Verletzungen sind zu beobachten. Und ich muss noch Mia abholen, die hat die Eröffnung durch ihren Mittagsschlaf verpasst.