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Chile hat mit perfekten Wunderrettung Amerika zwei Sachen vordemonstriert: Der Südamerikastaat ist in der Lage, die USA selbst bei ihrer größten Stärke, der Inszenierung von packendem Live-TV, zu schlagen: Da staunte CNNs Anderson Cooper, als plötzlich Live-Bilder aus dem Stollen 700 Meter tief im Fels mit der erstmals einschwebenden Rettungskapsel über einen PC-Schirm flimmerten (und vom Chile-TV abgefilmt an hunderte Millionen rund um die Welt gesendet wurden). Dann wartete oben beim ersten Kumpel auch noch weinend sein siebenjähriger Sohn. Spannenderes und berührenderes Live-TV haben wir seit Jahren nicht mehr gesehen (auch wenn sich der Präsident in dem Drama selbst eine Hauptrolle zuwies).

Und noch was: Nach Monaten des BP-Murks waren die Amerikaner wohl am meisten verblüfft, dass die Rettung wirklich klappte – und auch noch pannenfrei. Was haben die Chilenen gemacht? Sie stellten den stümpernden Minenbesitzer kalt, beorderten die besten Spezialisten aus aller Welt in die Atacama-Wüste. Eine erfolgreichere Strategie jedenfalls als Obamas Vertrauen auf die „Fähigkeiten“ des Öl-Multis – und das Widerkäuen seiner Regierung der stumpfsinnigen BP-Propaganda über niedrige Ausflussraten.

Fazit: Gratuliere Chile.

P.S.; Immerhin jedoch bohrte ein US-Team aus Colorado die Rettungsröhre, sie wurden zu den versteckten Helden des Kumpel-Dramas.