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Die Amerikaner gehen gerade zur „Midterm“-Wahl, der beste Live-Blog läuft hier. Gefragt wird aber bereits vor dem Eintreffen der ersten Resultate: Wie regiert Obama mit Republikaner-Kongress? Der Fall des „House“ für die Demokraten gilt im 112. Kongress als sicher, im Senat könnte Obamas Partei eine hauchdünne Mehrheit halten. Das Klima in D.C. werde noch „weit giftiger“ als selbst während den ruppigsten Wahlen vielleicht aller Zeiten (509 Kongress- und Gouverneurs-Rennen), sind sich US-Experten einig: Mit Hardliner John Boehner als „Speaker“ sind die „Dems“ in der Unterkammer praktisch kaltgestellt, Obamas große Reformprojekte dürften auf Eis liegen. Denn Boehner drohte, „keinerlei Kompromisse“ eingehen zu wollen. Mehr noch: Er kündigte ein „Zurückrollen“ der Gesundheitsreform an. Der Kleinkrieg dürfte zur totalen Blockade Washingtons führen. Obama ist durch die Wahlschlappe angeschlagen, aber nicht erledigt: Die erstarkte GOP-Opposition, die dadurch auch Verantwortung übernimmt, gibt Obama sogar verbesserte Wiederwahlchancen 2012 – wie es „Comeback Kid“ Bill Clinton einst nach Gingrichs Republikaner-Revolte vorexerzierte.

Experten stecken bereits die erwarteten Scharmützel zwischen dem White House und dem Kongress ab: Neue Showdowns werden bei Erweiterung der Ölbohrungen vor der Küste, einer Anhebung des Pensionsalters, der Reform des Wahlfinanzgesetz, Schulgutscheinen bis zu einer neuen Debatte um den Abzug aus Afghanistan geortet.

Gibt es einen Rekord bei der Wahlbeteiligung? Mit den Republikanern hochmotiviert und Obamas Appellen an die Demokraten zur Wahlteilnahme werden 90 Millionen Wähler (41,3 Prozent aller registrierten) erwartet, mehr als jemals bei Midterm-Wahlen zuvor. (msnbc) Das US-Justizministerium hat dazu 400 Wahlbeobachter gegen möglichen Betrug in die Wahllokale entsandt.