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Die „New York Times“ veröffentlicht erste „WikiLeaks“-Enthüllungen: Das Blatt fasst Details der 250.000 Depeschen von US-Botschaften in einem ersten, explosiven Report zusammen.
Darunter:
# Der Iran habe – laut noch nie veröffentlichten Einschätzungen der US-Geheimdienste – aus Nordkorea Langstreckenraketen erhalten, die Metropolen in West-Europa und Moskau erreichen können. Die Depeschen enthalten auch dringende Ersuchen aus Israel und auch Saudi-Arabien, Teheran wegen seines Atom-Programms „zu konfrontieren“. Der „Guardian“ enthüllt, dass US-Diplomaten UN-Vertreter, inklusive Generalsekretär Ban Ki-moon, ausspionierten.
+ Ein Showdown zwischen Washington und Pakistan seit dem Jahr 2007 über sein Atomprogramm, besonders hochangereichertes Uran, das in die „falschen Hände“ fallen könnte. Pakistan verweigerte sogar US-Experten, das Material aus einem Testreaktor zu überprüfen;
+ Die Depeschen enthalten Details der Debatten zwischen D.C. und der Regierung in Südkorea über eine Wiedervereinigung der Koreahalbinsel, sollte das Regime in Pjöngjang implodieren, China sollten wirtschaftliche Zugeständnisse gemacht werden, um seinen Sorgen über ein wiedervereinigtes Korea zu begegnen,
+ Afghanistans Vize-Präsident soll bei einem Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten $52 Mio. in Cash mitgebracht haben, offensichtlich Geld aus den Drogengeschäften des Landes;
+ Illustriert ist die Einschätzung der US-Botschaft in Peking über Chinas Hacker-Attacke auf „Google“, in die höchste Kreise des Politbüros eingeweiht waren. Der Google-Angriff war Teil einer breitangelegten Aktion chinesischer, von der Regierung geförderter Hacker zur Spionage auf US-Servern;
+ Nachzulesen ist das Gerangel um Guantanamo-Häftlinge: Slowenien wurde aufgefordert, einen Häftling zu übernehmen, um einen Termin mit Obama zu bekommen, Belgien versprochen, einen „größeren Status“ innerhalb Europas erlangen zu können;
+ Enthüllt wird, dass Saudi-Arabien und Qatar die Terrortruppe al-Qaida sponsern;
+ Laut den Kabeln zeigten US-Diplomaten eine innige Rolle zwischen Italiens Silvio Berlusconi und Russlands Wladimir Putin auf, wo „großzügige Geschenke“ ausgetauscht wurden. Rom wurde dadurch zum vehementesten Fürsprecher von Russland in Europa;
+ Die Dokumente zeigen auch Waffenlieferungen von Syrien an die Terror-Organsation Hisbollah;
+ Deutschland erhielt im Jahr 2007 eine scharfe Warnung von US-Diplomaten, keine Haftbefehle gegen CIA-Agenten, die „Terrorverdächtige“ entführen wollten, zu erlassen. Ein Diplomat unverblümt: Deutschland solle sich überlegen, ob es die Beziehungen mit den USA aufs Spiel setzen wolle.
+ Beschrieben wird eine eigenartige Beziehung zwischen Libyens Gaddafi und einer „blonden, voluminösen Leibkrankenschwester“ und wie sehr er erzürnt war, bei einem Besuch in New York sein Zelt nicht aufstellen zu können.