Oscars 2011: Triumph eines Königs, Frösteln am Roten Teppich & eine „F-Bombe“


Print Friendly, PDF & Email

Das Weltkriegs-II-Drama „The Kings´s Speech“ (12 Nominierungen) wurde der Favoritenrolle gerecht und zum besten Film gekürt, auch der Regie-Oscars ging an Tom Hooper. Keine Überraschungen bei den besten Darstellern: Colin Firth bedankte sich mit britischem Humor mit dem Oscar in Händen, Natalie Portman triumphierte für ihre Leistung als Ballerina in Black Swan. Die Schwangere rührte mit einer Homage an „ihre Liebe für den Schauspielerberuf“. Favorit Christian Bale nahm den Oscar, einen von 20, die in der 2:45-Stunden-Show vergeben wurden, als bester Nebendarsteller entgegen, drückte am Ende der Dankesrede Tränen – und vergaß den Namen seiner Frau. Kirk Douglas (94) präsentierte mit zittriger Stimme, Flirts und erhobenem Gehstock die besten Nebendarstellerinnen: Melissa Leo (The Fighter) holte die Statue, bleb in ihrer Rede stecken und sagte sogar „fucking“ (was in der um wenige Sekunden zeitversetzten Sendung ausgeblendet wurde). Sie entschuldigte sich später. Wie erwartet wurde Aaron Sorkin für das „Network“-Drehbuch ausgezeichnet.
Furios war der Auftakt der 83. Academy Awards mit einem aufwendigen Filmstück, das die Gastgeber Anne Hathaway und James Franco durch die Filmszenen der Top-Filme Inception, Social Network, True Grit, The King´s Speech und The Fighter führte. Doch nach einem unsicheren und weitgehend missglückten Intro-Dialog des ersten Gastgeber-Paares folgte auf Internet-Foren ätzende Kritik über die „Oscar-Bombe“ („Drudge Report“). Selbst Franco als Monroe fiel durch. Die Show stahl dem Jungduo etwa Robert Downey Jr. und Jude Law, die das Auditorium mit einem gekonnten Schlagabtausch begeisterten. Präsident Barack Obama absolvierte einen überraschenden „Gastauftritt“, als er in einem Video „As Time Goes By“ aus Casablanca als seinen Lieblings-Titelsong bezeichnete.
Am Roten Teppich verzückte Ex-Oscar-Gewinnerin Penelope Cruz mit unglaublicher Post-Baby-Figur. Sandra Bullock gestand ein Jahr nach ihrem vom Eheende gefolgten Oscar-Triumph: „Ich bin eine reifere Person“. Als Präsentatorin glänzte sie später. Mila Kunis beeindruckte Modekritiker mit einem gewagten, tiefgeschnittenen Elie-Saab-Kleid. Eine durchgezogene Kaltfront samt Schnee in den Suburbs führte mit 12 Grad zur frostigsten Oscar-Red-Carpet-Parade aller Zeiten.

Previous ++ US-BRIEFING 2/25: Charlie, Charlie, Charlie...
Next ++ US-BRIEFING 2/28: The Donald!