Hey, Herman: Wie war das mit China und ihrem Streben nach A-Bomben?


Print Friendly, PDF & Email

Der GOP-„Flying Circus“ der 2012-Vorwahlen verwandelt sich durch Herman Cains Sexskandal in ein „kreisförmig aufgestelltes Erschießungskommando“, so die WP: Cain, dem inzwischen drei Frauen sexuelle Belästigung in den Neunzigern als Boss der „American Restaurant Association“ vorwarfen, attackierte Rick Perry als Medien-„Zuflüsterer“. Camp Perry feuerte auf Mitt Romney, hielt dessen Mitarbeiter verantwortlich.

Cains Kampagne implodiert, und er stellt sicher, dass er den Rest der Chaos-Truppe mit sich in den Abgrund reißt.

Wie so oft bei Politskandalen stellen sich die Ertappten als Opfer dar. Er werde nicht verfolgt, da er Frauen belästigte. Sondern? Hier eine kurze „multiple choice“: a) Weil er schwarz ist b) Ihn als starker Konservativer die Linken fürchten, c) Ihn die liberalen „Lamestream“-Medien (nach Palin) fertig machen wollten, d) alle dieser Gründe zusammen.

Dass er sich selbst oft binnen Stunden selbst konterkariert, lässt Camp Cain nicht gelten. Was aber in der „Feeding Frency“ um den größten Vorwahlsexskandal seit Clintons „Primary Colors“-Drama um Gennifer Flowers längst übersehen wird: Wie ahnungslos Cain ist, wie unfassbar absurd und extrem seine Ansichten sind. Zuletzt dozierte er, dass China am Weg sein könnte, „nukleare Kapazitäten zu erlangen…“ Es muss ihm beim Pizzabacken und Röckejagen der letzten Jahrzehnte wohl entgangen sein, dass Peking seinen ersten Atomtest 1964 durchführte und heute ein Arsenal von 240 Sprengköpfen (Stand 2009) besitzt. Cain erwartete davor, das ihm die Medien all diese Fangfragen stellen werden, wer der Präsident von „Uzi-Uzi-stanistani“ sei, und er mit dem gewohnten Brustton der Überzeugung aller Ignoranten antworten werde: „Ich habe keine Ahnung…“

Warum das alles kein Problem ist, verriet Cain später: All diese Details in der Außenpolitik seien „nicht so wichtig“. Was vergessen wird: Es ist nicht mal Cains Schuld! Er trat an eher zum Spass und zur PR für seine Rolle als Motivationstrainer und Buchautor. Dass er plötzlich das Feld anführt und deshalb nun ernsthaft auf seine Präsidententauglichkeit abgeklopft wird, kann er wahrscheinlich selbst nicht glauben. Das Tea-Party-America hat den Verstand verloren. Und sie erhalten jene Politiker, die sie verdienen. Und wir? Zugegeben: Die Tölpelei hat Unterhaltungswert. Aber mitanzusehen, wie Herman Cain die Primetime im Kabel-TV dominiert, ist schmerzhaft.

Previous 11/2: Cain versinkt in Sexskandal
Next 11/3: Bieber-Baby