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Ein Skandalbuch über Michelle Obama überschattet das Wahljahr: Die First Lady wird als Strippenzieherin im White House portraitiert. Präsident Barack Obama gerät wegen angeblichen Exzessen seiner extravaganten Frau ins schiefe Licht – gerade als die Republikaner mit der nächsten Vorwahl in New Hampshire seinen Gegner ermitteln.

Das Buch „The Obamas“ von New York Times-Journalistin Jodi Kantor zeichnet ein eher wenig schmeichelhaftes Portrait einer politisch hochaktiven und mitunter rachsüchtigen Mrs. Obama. Immer wieder flogen die Fetzen mit seinen Beratern, besonders Ex-Stabschef Rahm Emanuel. Der wollte politische Kompromisse, sie Obamas Visionen ohne Abstriche durchsetzen. Im eskalierenden Streit verweigerte sie Wahlkampfauftritte bei den „Midterm“-Wahlen 2010. Emanuel warf später das Handtuch.

Michelle brachte Pressesprecher Robert Gibbs mit Kritik einmal derart in Rage, dass brüllte: „Fuck this!“ Ärger gab es wegen ihrem, so das Buch, losem Mundwerk und einem Hang zur Extravaganz: Ihrer französischen Kollegin Carla Bruni hatte sie anvertraut, dass das Leben im Weißen Haus „die Hölle“ sei. Obama-Berater explodierten vor Wut über den Image-GAU. Insgesamt wird aber auch von einer liebevollen Ehe berichtet: Michelles wichtigste Motive sind der Schutz ihres Gatten.

Doch Fehler passieren: Inmitten der Rezession ließ sie 2009 Star-Regisseur Tim Burton eine pompöse „Alice in Wonderland“-Party choreografieren, dann wurde ausgelassen mit Johnny Depp gefeiert. Die Party sei vom Pressestab verheimlich worden, so das Buch. Eine Behauptung, die vom White House energisch dementiert wird.  Team Obama verdammte das Buch insgesamt als „Sensationshascherei“.