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Drama, Chaos und plötzlich wieder Hochspannung im Republikaner-Rennen. Die Ereignisse überstürzen sich. Genau in den entscheidenden Stunden für die dramatische Aufholjagt von Newt Gingrich platzen verheerende Enthüllungen. Amerika: Meet the Gingrich Exes! Der Sender ABC veröffentlichte erste Ausschnitte eines Bomben-Interviews mit Marianne Gingrich, mit der der Ex-„Speaker“ 14 Jahre verheiratet war und zwei Töchter großzog.

Very Newt: Er hatte sie mit seiner heutigen Frau Callista betrogen – ausgerechnet zur Zeit als der Moralapostel das Amtsenthebungsverfahren gegen Präsidenten Bill Clinton wegen der Oralsexaffäre mit Praktikantin Monica Lewinsky vorantrieb (Newt selbst ließ sich inmitten der Vendetta von Callista im Auto bedienen…).

Er habe nicht das „moralische Rüstzeug, um Präsident zu werden“, rechnete nun Marianne Gingrich mit dem Rechtsaußen ab. Und präzisierend: „Er forderte von mir eine offene Ehe, ich hätte akzeptieren sollen, dass es da noch jemanden gäbe…“, sagte sie. Sie lehnte ab. Gingrich versinkt nach den Grapsch-Affären von Pizzamann Herman Cain nun selbst im Inferno immer neuer Sexenthüllungen. Besonders fies: Er reichte die Scheidung ein nur Monate nachdem Mrs. Gingrich mit „multipler Sklerose“ diagnostiziert wurde. Zur Erinnerung: Von seiner ersten Frau hatte er sich getrennt, als sie wegen Krebs behandelt wurde. Ein wirklicher Sympathieträger.

Die Auswirkungen des TV-Interview-Dramas sind noch schwer abzuschätzen: Gingrich ist gerade drauf und dran, den noch vor Tagen unaufhaltsam wirkenden Romney-Express zum Entgleisen zu bringen – oder zumindest bremsen zu können.

Denn auch Romney erlebt Tage zum Vergessen: Donnerstag wurde ihm wegen einer Stimmennachzählungen der Sieg beim „Iowa Caucus“ am 3. Jänner aberkannt. Laut dem nun offiziellen Ergebnis unterlag er Rick Santorum mit 34 Stimmen Rückstand. Stunden vor der nächsten Republikaner-Vorwahl in South Carolina am Samstag hatte Erzfeind Newt Gingrich in Umfragen dramatisch aufgeholt, liegt laut NBC-Daten der letzten zwei Tage nur mehr mit 5 % zurück. Gewinnt Gingrich in South Carolina, ist alles wieder offen!

Vor Tagen galt der Ex-Massachusetts-Gouverneur praktisch als sicherer Obama-Gegner. Doch die Welle verheerender Enthüllungen reißt nicht ab: Zuerst geriet er ins Zwielicht wegen seiner Investmentfirma „Bain Capital“, die Arbeiter zur Profitmaximierung feuerte. Er gab zu, trotz eines Vermögens von 250 Millionen Dollar nur 15 Prozent Steuern abzuführen (Gingrich zahlt 31 %). ABC-TV berichtete, dass Romney bis zu 25 Millionen auf den steuerschonenden Cayman Islands geparkt hat. Nicht illegal, aber ein Imagedebakel angesichts des wachsenden Unmuts gegen Reiche, die es sich zu Lasten der Mittelklasse richten.

Immerhin lichtet sich das Feld weiter: Texas-Hohlkopf Rick Perry warf das Handtuch – empfahl aber Gingrich zur Wahl.