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Sollte sich Mitt Romney große Hoffnungen gemacht haben, seinen Rivalen beim heutigen Zehn-Staaten-Riesenwahltag den endgültigen Todesstoß versetzten zu können, dürften die letzten Daten zu Nervenflattern führen: Im heißumkämpftesten Ohio liegt Romney laut CNN gleichauf mit Frömmler Rick Santorum, im Schnitt der letzten zehn Umfragen führt Santorum mit 32,6 % vor Romney (32,5 %), 0,1 %, knapper geht es wohl kaum.
Der Sieg in Ohio hat den höchsten Symbolwert: Siegt Romney, scheint für ihn als dann unumstößlichen Frontrunner ein Licht am Ende des Tunnels des schmutzigen in Sicht: Verliert er jedoch gegen Santorum, heißt es wieder: Zurück an den Start! Denn dann würde die Litanei von vorne beginnen: Warum kann er Außenseiter Santorum trotz praller Kriegskasse nicht besiegen? Warum kann ihn einfach niemand leiden? Hat er das Zeug, Obama zu schlagen? Von vorne würden die öffentlichen Spekulationen der Partei über einen „weißen Ritter“, einen völlig neuen Kandidaten als Retter losgehen. Bereits früher wurde über Jeb Bush, Sarah Palin oder Chris Christie spekuliert.
Und es wird noch komplizierter: Newt Gingrich führt in seinem Heimatstaat Georgia mit 23 % Vorsprung. Ein Sieg in den Staat mit den meisten Delegierten (79) ist zwar noch kein volles Comeback – doch Grund genug für Gingrich, seine persönlich Vendetta gegen Romney noch Monate fortzuführen. Damit reibt er auch Santorum auf, der sich als alleiniger Anti-Romney etablieren wollte. Bestes Beispiel: Tennessee. Dort führt Santorum laut letzter Umfrage vor Romney, doch Gingrich holt auf und könnte Santorum den Sieg kosten. Dass kein Ende der GOP-Seifenopfer in Sicht ist zeigen auch bestehenden Chancen von Querkopf Ron Paul in Staaten wie Alaska oder Idaho.