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Einen guten Wahlabend hatte Republikaner-Favorit Mitt Romney am „Super Tuesday“ zwar – doch die erhofften, endgültigen KO-Schläge gegen seine Rivalen schaffte der Ex-Massachusetts-Gouverneur wieder nicht. „Wir zählen noch die Delegiertenstimmen – und die Tage bis zur Novemberwahl“, tönte der Multimillionär vor Fans in Boston nach Siegen in Ohio, Virginia, Vermont, Massachusetts, Idaho und Alaska zwar fröhlich. Immerhin gewann er sechs der zehn Dienstag-Vorwahlen. Und kassierte mit 212 Delegiertenstimmen mehr als doppelt so viele wie seine Rivalen.

Doch der heimliche Sieger ist Amtsinhaber Barack Obama: Denn Romney verfehlte die erhoffte Vorentscheidung, „die für ihm und die Republikaner so selbstzerstörerische Schlammschlacht geht damit weiter“, so NBC-Politologe Chuck Todd. Der hölzerne Mormone hat weiter grobe Probleme, einen Draht zur konservativen Parteibasis oder Arbeitern herzustellen. Die Euphorie hält sich Grenzen, massive Zweifel bleiben bestehen, ob er wirklich samt seinem unbeholfenen Redestil das Zeug zum starken Obama-Gegner habe.

Vor allem sein frommer Erzrivale Rick Santorum erhielt durch ein unerwartet gutes Abschneiden wieder enormen Auftrieb. Er unterlag im wichtigsten US-Schaukelstaat Ohio nur mit 12.000 Stimmen, obwohl Romney mit vier Millionen Dollar viermal so viel in TV-Schmutzkübelkampagnen butterte. Dazu gab es souveräne Siege in Tennessee und Oklahoma. „Wir wurden schon so oft abgeschrieben“, strahlte „Saint Santorum“: „Doch jedes Mal nahmen wir die neuen Hürden“. Durch den aufgefrischten Rückenwind hofft Santorum nun auf einen Doppelsieg in die „Süd-Staaten“ Mississippi und Alabama nächsten Dienstag.

Weiter im Rennen bleibt auch Rechtsaußen Newt Gingrich: Stunden nachdem er vor einer Liveschaltung zur Konferenz einer Israel-Lobbygruppe peinlicherweise einschlief, durfte sich der Ex-Speaker über einen Sieg in seinem Heimatstaat Georgia freuen. Er sah sich als „Schildkröste unter lauter Power-Häschen“, die stetig zum Ziel krieche. Doch zur Aufgabe will ihn vor allem Team Santorum drängen, da er dem Stimmen beim Kampf gegen Romney wegschnappt. Bei den Republikanern schrillen wegen dem prolongierten Chaos die Alarmglocken so heftig, dass nun wieder das Gerede um späte Quereinsteiger beginnt, die bei einem Patt beim Nominierungsparteitag Ende August aus dem Hut gezaubert werden könnten: Prompt Selbst ins Spiel brachte sich „Tea Party“-Ikone Sarah Palin.

Obama lehnt sich genüsslich zurück, bleibt cool. Gefragt, was er von Romneys Vorwürfen sage, der „nutzloseste Präsident seit Jimmy Carter“ zu sein, antwortete er am Dienstag gelassen: „Ich wünsche ihm einen guten Wahlabend….“