„Rocky II“: Obama „Comeback Kid“ bei Debatten-Duell gegen Romney


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Showdown an der „Hofstra“: Obama schafft das Comeback, doch es gelingt kein KO-Schlag! Der wegen dem Denver-Flop extrem unter Druck geratene Präsident kam in den Ring wie ein Preisboxer, attackierte den Republikaner von der ersten Minute an. Er konterte diesmal sofort, korrigierte Romney mehrmals, enthüllte Lücken in den Wahlversprechungen seines Herausforderers, vor allem dem Steuerplan.

Den stärksten Moment hatte Obama, als er Präsident Romneys Politisierung des Botschaftermordes in Libyen als „persönliche Beleidigung“ anprangerte. Obama gelangen auch Treffer, als er Romneys Aussagen über die „faulen 47 Prozent“ ansprach – und dessen „Outsourcer“-Vergangenheit als „Gierbanker“ bei der Beteiligungsgesellschaft „Bain Capital“ ins Spiel brachte. Im Kampf um Frauenstimmen warf er Romney vor, bei Abtreibungs- und Verhütungsfragen noch rechter als Vorgänger Bush zu stehen.

Romney punktete mit den fast gebetsmühlenartigen Wiederholungen der Missstände nach „vier Jahren Obama“, wie die latent hohe Arbeitslosigkeit, die steigende Staatsverschuldung und den wachsenden Druck auf die Mittelklasse. Er appellierte: Amerika müsse sich damit nicht abfinden, er werde als Präsident die Supermacht wieder auf Erfolgskurs bringen.

Doch auch Romneys Stil wird bei der TV-Nachschau immer mehr zur Belastung: Er kanzelte Obama mehrmals ab, wirkte respektlos und unhöflich. Er redete oft dominierend wie ein Firmenchef, wollte auch Moderatorin Candy Crowley die Führung der Debatte aus der Hand nehmen. Obama schaffte er einmal überhaupt das Stillsein an: „Sie werden gleich ihre Chance erhalten, was zu sagen“. Für einen Riesenwirbel in den Sozialmedien sorgte auch Romneys Aussage über „Binders full of women“, „Mappen voller Frauen“ sinngemäßig: Die Urteile reichen von unbeholfen bis glatt frauenfeindlich.

Obama gewann das Stil-Duell: Er bewegte sich meist geschmeidig über den Teppich, attackierte gnadenlos jedoch ohne zornig zu wirken. Natürlich ist die Gefahr groß, dass viele der ohnehin politverdrossenen Wechselwähler von der Redeschlacht angewidert waren – und Obamas gelungene Debatte nicht den unmittelbaren Sprung in den Umfragen bringen könnte.

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