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Der Monster-Blizzard „Nemo“ stürzte die US-Ostküste ins Chaos: Als „gefrorener Hurrikan“, so Meteorologen, lud der Küstensturm mit Windspitzen bis 145 Stundenkilometer eine Rekordschneedecke ab. Die Stadt Milford (Connecticut) versank unter einer Schneedecke von 96 Zentimetern. Boston, wo der Blizzard Samstag weiter tobte, erwartete den stärksten Schneefall aller Zeiten. Wegen einem Stromausfall gab es in einem Atomkraftwerk in Plymouth (Massachusetts) eine Notabschaltung.

In Long Island (New York) fiel der Schnee, begleitet von mit Blitz und Donner, so stark, dass 100 Fahrzeuge auf der Autobahn „Long Island Expressway“ stecken blieben. Soldaten der Nationalgarde mussten Fahrer retten. Der Starkwind türmte die weiße Pracht zu meterhohen Schneewechten auf. In einzigartigen Dekreten hatten die Gouverneure von Massachusetts, Deval Patrick, und Connecticut, Dannel Malloy, ein totales Fahrverbot für das gesamte Straßennetz der US-Staaten verhängt.

Die Opferbilanz bisher: Vier Tote. In Poughkeepsie (New York) geriet der Wagen eines 18-Jährigen außer Kontrolle, als er einen Fußgänger niedermähte. Fünf US-Staaten riefen den Notstand aus. 850 Nationalgardisten waren insgesamt im Katastropheneinsatz.
Verheerend auch die Sturmschäden: In Connecticut stürzten Bäume auf Häuser, in Cape Cod (Massachusetts) mussten Einwohner von Küstenstrichen wegen der Sturmflut evakuiert werden. 650.000 Haushalte sind bei beißender Kälte um – 10 º C ohne Strom. Der historische Sturm stürzte Neuengland ins totale Verkehrschaos.

Die Metropole New York entging einem KO-Treffer durch „Nemo“ knapp: In Central Park war die Schneedecke 29 Zentimeter hoch. Dennoch: Auch hier wurden mit 120 Stundenkilometer Windböen in Hurrikan-Stärke gemessen. Langläufer zogen Spuren durch die idyllisch verschneiten Parks. Dennoch ersuchte Bürgermeister Michael Bloomberg Autofahrer, ihrer Wagen stehen zu lassen.

Hier noch der Live.Ticker vom Sturmtag:

18:30 Uhr: 200 Soldaten der Nationalgarde sind aktiv in Connecticut bei der Rettung gestrandeter Autofahrer, so Gouverneur Dannel Malloy. New York City entgeht bisher weitgehend der schlimmsten Wucht des Sturmes, dennoch warnen TV-Meteorologen weiter über eine stürmische Nacht. Die drei Großflughäfen JFK, LaGuardia und Newark sind offiziell nicht geschlossen, doch die Airlines haben Flüge weitgehend eingestellt. Ernst ist die Lage jedoch in Boston: CNN fuhr mit einem SUV durch die tief verschneite Geisterstadt. Dabei steht die Phase des stärksten Schneefalls erst bevor. Die Metropole erwartet Blizzard-Konditionen und „Thunder-Snow“, ein Schneesturm mit Blitz und Donner. Auf Cape Cod werden Sturm- und Flutschäden befürchtet.

17:28 Uhr: Öffentlicher Verkehr in New Jersey wird ab 20 Uhr Ortszeit weitgehend eingestellt. Nun hat auch der Staat New York den Notstand ausgerufen, so Gouverneur Andrew Cuomo. Boston gleicht nach dem Fahrverbot einer Geisterstadt. Sorge vor allem um Küstenstriche in Long Island, die bereits von „Sandy“ devastiert wurden. Meteorologen erwarten Winde in Hurrikan-Stärke. Besonders betroffen ist diesmal die Promi-Enklave der Hamptons.

16:07 Uhr: Erste Evakuierungen von Küstenstrichen in Massachusetts, nachdem Sturmflut schlimmer ausfällt als erwartet. Nun verhängt auch Connecticut-Gouverneur Dannel Malloy ein totales Fahrverbot wie zuvor sein Kollege in Massachusetts. Der US-Staat Maine erklärt ebenfalls den Notstand. Um offiziell als Blizzard in die Annalen einzugehen, muss „Nemo“ mindestens drei Stunden lang Winde von mehr als 56 km/h erreichen und durch heftiges Schneetreiben die Sicht auf praktisch Null reduzieren. Solche Konditionen sind heute Abend für New York angesagt.

15:10; Super-Blizzard Elmo trifft nun auch Katie Holmes: Die ehemalige Mrs. Cruise wollte am Nachmittag eigentlich ihre neue Schuhe- und Mode-Kollektion im Rahmen der Fashion Week präsentieren. Doch Suris Schule schloss wegen der unerwartet frühen, heftigen Schneeschauer die Pforten bereits vor dem regulären Schulschluss – und Katie musste sie abholen, berichtet „People„. Die Schnellstraßen rund um New York versinken unterdessen im Verkehrschaos: Nach einer Serie an Unfällen ist der I-78 völlig verstopft, berichten Autofahrer.

14:16 Uhr: Erste heftige Schneegestöber nun auch in New York. Der Übergang von Regen zu Schnee erfolgte früher als erwartet, die Schneehöhen könnten deshalb beträchtlich höher ausfallen. Telekom-Gigant Verizon dürfte bereist erste Störungen erfahren: Kabel-TV teilweise unterbrochen, Internet-Verbindung setzt teilweise aus. Windböen heulen nun bereits mit über 50 km/h. Schwere Unfälle am i-95-Freeway in Connecticut, Sattelschlepper stürzt um.

13:35 Uhr: Prognose für New York nun 35 Zentimeter Neuschnee. Bürgermeister Michael Bloomberg ruft jedoch noch keinen Notstand aus, doch empfiehlt den New Yprkern, sich „einen gemütlichen Abend zu machen“. Er selbst plane ein Take-Out vom Griechen, sagte Bloomberg, der beim Weihnachtssturm 2010 im Ferienhaus in Bermuda hockte und dafür heftig kritisiert wurde. 4000 Flüge sind nun bereits gestrichen. Massachusetts-Gouverneur Deval Patrick droht Autofahrern, die Fahrverbot ab 16 Uhr missachten, mit bis zu einem Jahre Haft. Schneefall in Boston nun bereits heftig, Niederschlag in New York wechselt langsam von Regen wieder zu Schnee.

12:45 Uhr: Gouverneur von Massachusetts, Deval Patrick, rief für den ganzen US-Staat gerade den Notstand aus. Bis zu ein Meter Schnee werde erwartet, so Patrick, 1000 Soldaten der Nationalgarde stehen für die Rettung gestrandeter Autofahrer und andere Notsituationen bereit. Der Gouverneur erteilte ein generelles Fahrverbot ab 16 Uhr, ausgenommen sind nur Einsatzfahrzeuge. Arbeiter in New York bereiten sich unterdessen auf die Räumung des gigantischen Straßennetzes in der Gesamtlänge von 10.000 Kilometer Länge vor. Sturmzentrum ist südlich von New York, „Nemo“ intensiviert sich, „Auge“ wie bei einem Hurrikan ist auszumachen.

12:05 Uhr: „Breaking News“: Der Bürgermeister von Boston, Thomas Menino, erklärte laut dem „Weather Channel“ den Notstand und erteilte ein Fahrverbot für alle Straßen (!) im Stadtgebiet. In Kürze wird auch das öffentliche Verkehrsnetz stillgelegt. Einwohner von Boston kommen dann – legal – nur mehr zu Fuß voran. Der Schnee fällt bereits in Boston, die Intensität nimmt zu. Noch genießen Kinder die weiße Pracht, in wenigen Stunden soll der Blizzard über die Neu-England-Metropole hereinbrechen. In New York stellt Amtrak um 12:30 erste Zugverbindungen nach Norden ein. Entlang der Neuenglandküste werden erste heftige Schneefälle gemeldet.

11:11 Uhr: Trotz sich intensivierenden Schneesturm campen Justin-Bieber-Fans vor dem Rockefeller Center in Midtown Manhattan für Tickets für den Auftritt des Popidols bei der Spasssendung „Saturday Night Live“ (SNL). Die Karten werden Samstag früh ausgegeben. Freitagmorgen standen bereits 20 im Schneetreiben, wie viele tatsächlich den Blizzard heute Nacht überstehen, bleibt abzuwerten. Auch die Fashion Week sagte die Show heute noch nicht ab, trotz exponierter Zelte vor dem Lincoln Center. Nur Designer Marc Jacobs verschob seinen Auftritt von Montag auf Donnerstag, angeblich aber wegen Lieferproblemen. In in Boston gab die Erzdiözese ihren Gläubigen für die Sonntagsmesse „frei“.

10:05 Uhr: Leiter des Katastrophenschutzes des Staates New York, Jerry Hauer, warnt eindringlich: „Dieser Sturm ist extrem gefährlich“. In den Nachtstunden sei es „praktisch unmöglich“, voranzukommen. Gewarnt wird vor allem vor Autofahrten. Pendler sollten ihre Arbeitsplätze so früh wie möglich verlassen, um noch sicher nach Hause zu kommen. Der Sender NECN warnt vor „null Sicht“ heute Abend, „Thunder-Snow“ mit bis zu zehn Zentimeter Schnee pro Stunden wird erwartet. Autofahrer auf Freeways könnten eingeschneit werden und Insassen in Lebensgefahr geraten.

9:15: Boston schließt um 15 Uhr Ortszeit (21 Uhr MEZ) alle öffentlichen Verkehrsmittel und den Flughafen. Bürgermeister Thomas Menino warnte die Bewohner: „Vermeiden Sie Autofahrten um jeden Preis!“. Das Chaos auf den Flughäfen weitet sich aus: 2400 Flüge sind bisher gestrichen, Passagiere warteten am JFK- und LaGuardia-Flughafen oft stundenlang für Umbuchungen. Autofahrer meldeten aus Bridgeport heftiges Schneetreiben und stark verminderte Sicht.

8:30 Uhr: Leichter Schneefall hat in New York begonnen, dürfte sich wegen warmer Meeresluft in den nächsten Stunden noch mit Regen vermischen. Der Blizzard wird für den frühen Abend und die Nachtstunden erwartet. 1800 Schneepflüge stehen bereit, 250.000 Tonnen Streusalz. Bürgermeister Michael Bloomberg entschloss sich zum Offenhalten der Schulen. „After School“-Programme wurden jedoch gerade abgesagt. In Boston, Providence und Hartford blieben die Schulen den ganzen Freitag zu.