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Los Angeles! Die Oscars! Ankunft in der Kalifornien-Metropole, in der es nur mehr ein Gesprächsthema gibt: Die 85. Academy Awards – die Dramen, die Sieger, die Rekorde, der berühmteste Rote Teppich der Erde. Und die Partys danach, Glamour-Feste der Superlative! Ich blogge das Oscar-Wochenende aus LA, Eindrücke, Analysen, Skandälchen, Reaktionen:

Beginnen wir mit den Chancen der Österreicher am Sonntagabend im
„Dolby Theatre“, mit Nominierungen in sechs Kategorien sind es ja wahre, rot-weiß-rote Festspiele heuer. Aber wie vielen Goldstatuetten werden es wirklich? Der Oscar des besten fremdsprachigen Films ist Meisterregisseur Michael Haneke kaum zu nehmen, sind sich hier alle einig. Das Sterbedrama Amour (Liebe) hat alle wichtigsten Preisgalen (Cannes, Globes, BAFTAs etc.) bisher abgeräumt.

Favorit für den zweiten Oscar für Österreich ab diesem Abend ist weiterhin Christoph Waltz als redseliger deutscher Zahnarzt und Kopfgeldjäger in Tarantinos Sklavenwestern „Django Unchained“. Waltz punktete am letzten Abstimmungswochenende bei den fast 5900 Juroren mit seinem fulminanten TV-Auftritt bei der Klamauksendung SNL als rachsüchtiger Jesus mit Samurai-Schwert und einem über die Geldanlage beratenen Pensions-Papst. Doch anders als vor drei Jahren bei „Inglourious Basterds“ Ist dem Wiener Oscar Nr. 2 in der Kategorie bester Nebendarsteller heuer nicht ganz so sicher. In einem wahren Thriller werden auch Robert DeNiro (Silver Linings) und Tommy Lee Jones (Lincoln) als Anwärter gehandelt. Immerhin: Alle Nominierten haben bereits einen Oscar in der Glasvitrine (oder sonstwo), hier herrscht also Chancengleichheit.

Doch sind noch mehr Ösi-Oscars drinnen? Es wäre eher eine Sensation, urteilen Kenner: Offen ist am ehesten noch das Rennen um die beste Darstellerin, wo Jennifer Lawrence (Silver Linings) leicht favorisiert wird. Doch Amours Emmanuelle Riva will noch niemand ganz abschreiben. Und: Sie ist die älteste jemals Nominierte, feiert ausgerechnet am Oscar-Tag ihren 86. Geburtstag. Das könnte Juroren gerührt haben.

Eher chancenlos ist Haneke als bester Regisseur und Amour als bester Film. Doch allein die Nominierungen in diesen Königsdisziplinen war bereits eine Weltsensation für die Filmemacher.