Es gibt trotz all den Dingen, die immer noch jeden Tag schief gehen oder nerven, so Momente, wo spürbar wird, wie weit wir eigentlich bereits in der Zukunft leben (auch ohne fliegende Autos). Unser Leihwagen-Service Zipcar ist freilich ein alter Hut (und der innovative Start-Up bereits geschluckt von Riesen Avis). Cool bleibt es trotzdem: Auto am Internet reservieren, in die Garage gehen, mit Magnetkarte aufsperren, herumkurven – alles wird dann automatisch übers Konto abgerechnet (samt dem „EZ Pass“-Mautgebühren).

Natürlich geht nicht immer alles problemlos: Am Vorabend meines geplanten Skitrips letzten Samstag mailt mich Zipcar an: Mein Wagen in der Garage in Soho sei nicht verfügbar, es warten ein Upgrade – Audi A6 – auf mich. Fein. Ein Downgrade ist allerdings die Örtlichkeit der Garage: Im letzten Winkel der Lower East Side, praktisch unerreichbar mit der U-Bahn. Zipcar hat Verständnis: Ich darf ein Taxi nehmen.

Grund genug das neue Taxi-Service „Uber“ zu testen, die App habe ich schon kürzlich aufs iPhone geladen. Ich drücke auf „Request a Black Car“ (das Gerät weiß natürlich wo ich bin). „7 Minutes“ antwortet die App und zählt herunter, während ich meinen leicht trödelnden Sohn Maxwell antreibe. Der Wagen kommt pünktlich, wir fahren zur Garage. Der Zahlvorgang läuft im Hintergrund, keine Kreditkarte oder Bargeld muss hervorgekramt werden. Das Trinkgeld ist auch inklusive. Ich steige in meinen Audi um und während mir Google Maps am  iPhone die Route zum Skilift ansagt, schickt mir „Uber“ die Rechnung: 2,36 Meilen hat der Fahrer zurückgelegt, 17 Minuten und drei Sekunden brauchte er. $7 zahle ich Basisgebühr, $6,58 für die Distanz, $12,02 für die Zeit. Natürlich hat die ganze coole Bequemlichkeit seinen Preis: Mit $25 ist die Fahrt gut doppelt so teuer wie mit einem normalen Taxi (besonders auch, da der Fahrer keinen Umweg ausließ…).

Trotz dem „Die Zukunft ist schon jetzt…“-Flair nehme ich mir daher dann am Rückweg doch ein Yellow Cab. Ach ja, das Geld von Zipcar für die Taxifahrten bekomme ich retour, indem dem ich von der „Uber“-Rechnung am iPhone einen Screenshot mache und den anderen Beleg abfotografiere – und beide Fotos an Zipcar maile. Schöne neue Welt.