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Sandy-Hook-Schulkiller Adam Lanza (20) hatte ein regelrechtes Waffenarsenal gehortet, so jüngste Polizei-Unterlagen. Die Details aus der „Akte Adam Lanza“ sind wahrlich gruselig: Der an Asperger-Syndrom leidende Sonderling hatte im Untergeschoss der Villa seiner Mutter Nancy einen regelrechten Bunker eingerichtet: Die Cops fanden in einem Waffenschrank drei Pistolen, neun Messer, 1400 Schuss Munition, im Zimmer Samurai-Schwerter, Luftdruck-Pistolen und sogar Speere.

Er ballerte im PC-Spiel „Call of Duty“ täglich Tausende (noch) virtuelle Figuren tot, recherchierte nebenbei frühere Massaker und Details berühmter Amokläufer. Penibel und akribisch. Gefunden wurde etwa ein Artikel der „New York Times“ vom 18. 2. 2008 über ein Blutbad an der Northern Illinois University (6 Tote, 21 Verwundete). Laut früheren Reports stellte er eine 2,1 mal 1,2 Meter große Excel-Datei zusammen, wo er „High Scores“ für jedes Massaker vergab (die jüngsten Polizei-Unterlagen erwähnen das grausige Dokument jedoch nicht).

Lanza verließ sein mörderisches Verließ nur mehr „ganz selten“, hatte ein Zeuge der Polizei berichtet. Jahrelang muss das so gegangen sein. Lanza, hochintelligent aber extrem unsozial, begann schon als 15-Jähriger im College, doch absolvierte nur zwei Semester. Danach verliert sich die Spur. Gefunden wurden auch Bücher, wo Lanza offenbar Selbsthilfe beim Umgang mit Autismus sucht: „Look me in the Eye: My life with Asperger´s„, so ein Titel. Oder: „Born on a Blue Day: Inside the Mind of an Autistic Savant„. In Lanzas Bunker lagen auch drei Fotos mit in Plastik gehüllten Leichen samt Blutspuren.

„Red Flags“ heißen Alarmsignale im US-Jargon. Bei Lanza gab es wohl einen ganzen Fahnenwald: Hier tickte ganz offensichtlich eine Zeitbombe. Und Adams Mutter schien seine Obsession mit Waffen und Massakern eher zu fördern als zu bekämpfen. Der makaberste Fund ist ein Umschlag mit einem Scheck für den Kauf einer neuen Schusswaffe zu Weihnachten. „Kauf dir die Waffe. liebe dich, Mom“, schrieb sie auf die Karte. Davor hatte sie Adam zum Schießplatz mitgenommen: Offenbar machte ihm nur sein Waffen- und Gewaltspielwahn glücklich. Nancy schien hier einen Draht zu ihm zu haben. Sie schaute lieber weg, betäubte am Abend den Kummer an der Bar, so Einwohner in Newtown.

Adam tötete sie am Morgen des Massaker-Tages (14. 12. 2012) im Bett mit einem Kopfschuss. Sie bezahlte das Wegsehen mit ihrem Leben – aber auch 20 Erstklässler und sechs Lehrer an der Schule.