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Trauer und Entsetzen nach einer der schlimmsten Tornado-Katastrophen in den USA aller Zeiten: Ein Monster-Twister zog Montag eine 30 Kilometer lange und bis zu drei Kilometer breite Schneise der Verwüstung durch Moore (170.000 Einwohner), einem Vorort von Oklahoma City. Der Horror: Der Sturm mit Winden von bis 320 Stundenkilometer machte zwei Volksschulen dem Erdboden gleich. Oklahomas Gouverneurin Mary Fallin drückte den Schock der Nation aus: „Unsere Herzen sind gebrochen für jene Eltern, die gerade nach ihren Kinder suchen“.

Bis Dienstagmorgen wurden sieben tote Kinder aus den Ruinen der „Plaza Towers Elementary School“ geborgen. Sie waren in einer Wasserlacke ertrunken. Die fieberhafte Suche der Nationalgarde mit Spürhunden nach weiteren vermisster Kindern dauerte an. Sie sind im Alter zwischen fünf und acht Jahren.

Die Gerichtsmedizin hatte die offizielle Todesopferzahl überraschend von 51 auf 24 nach unten revidiert, darunter die sieben Schüler. Spitäler zählten 227 Verwundete. Wie durch ein Wunder überlebten alle in der zweiten zerstörten Schule, der „Briarwoods Elementary“. Retter fanden über Nacht insgesamt 101 Überlebende in dem 70 Quadratkilometer großen Trümmerfeld.

Überlebende Kinder berichten über die Sekunden aus schierem Terror und Todesangst: 75 Kinder und Lehrer waren in dem Flachbau, als die Alarmsirenen heulten: Lehrer führten sie auf die Toiletten zum Schutz, andere kauerten am Gang. „Wir beteten, hatten solche Angst“, erzählte der Schüler Damian dem Sender NBC. „Wir hörten den Lärm, wie ein nahender Güterzug, dann fiel das Gebäude auseinander“. Lehrer wurden zu Helden: Eine Lehrkraft legte sich auf sechs Kinder, sie wurde verletzt, doch rettete ihnen das Leben.

Barack Obama versprach in einer Rede im White House den Betroffenen im Großraum Oklahoma City das „Mitgefühl der Nation“ und Hilfe bei der Suche nach Vermissten und den Wiederaufbau.

Weitere Updates hier im Ticker (Ortszeit):

11:55 Uhr: Das ist die Heldenlehrerin von Moore: Im Inferno wuchsen vor allem Lehrkräfte in den beiden getroffenen Volksschulen über sich hinaus und retteten zahlreichen Kindern das Leben. Rhonda Crosswhite suchte mit einer Gruppe von Schülern Zuflucht in einer Toilettenanlage. Als der Sturm losheulte und das Gebäude zerfiel, stürzte sich sich auf sechs Schüler, schützte sie vor fallenden Trümmern. Im Gespräch mit NBCs „Today Show“ erinnert sie sich an die Worte eines völlig verängstigten Schülers: „Ich liebe dich, dich liebe dich, bitte lass uns hier nicht sterben“, wimmert der Bub. Nur ein Kind wurde leicht am Kopf verletzt, sie überstand mit ein paar Schürfwunden.

# 10:50: Angst herrscht in der Desaster-Zone vor weiteren Unwettern: Tornados werden Dienstag zwar weiter südlich in Texas erwartet, doch für Oklahoma City sind am Nachmittag Gewitter vorhergesagt. Die möglichen Regengüsse und Windböen könnten die Suche nach Überlebenden behindern, wird befürchtet. Unterdessen gibt es erste Fotos der weiter vermissten Kinder: Janae Hornsby (9) konnte bisher in der Ruine der „Plaza Towers“-Schule nicht gefunden werden. Ihre Eltern veröffentlichten nun ihr Foto in der Hoffnung, jemand könnte sie gesehen haben.

# 9:55 Uhr: Die Lokalzeitung „The Oklahoman“ veröffentlichte ein aufwühlendes Video, als Eltern vor der zerstörten „Briarwood“-Volksschule überlebende Kinder finden. Im Hintergrund ist das hysterische Geschrei panischer Eltern zu hören, die noch nach ihrem Nachwuchs suchen. Glücklichere Eltern schließen unter Tränen ihre Kinder bereits in die Arme. Eine Mutter küsst ihren Buben, umarmt dann die Lehrerin, die ihn rettete: „Du bist so tapfer, du bist so tapfer“, stammelt sie. Andere Schüler im Alter zwischen fünf und acht stehen, teils mit Schlamm und Staub verdreckt, still da, halten ängstlich Ausschau nach ihren Eltern. Ein Bub sieht völlig verloren aus, der Horror des Tornado-Treffers steht ihm ins Gesicht geschrieben.