Schaut aus, als hätten wir ausge-„changed“ und ausge-„hoped“. US-Präsident Barack Obama, der nach seinem zweiten Wahlsieg letzten November einen nochmaligen Anlauf verkündete, den versprochenen „Change“ doch noch herbeizuführen, begann Amtszeit II mit einem regelrechten Bauchfleck. 2013 entpuppte sich für Obama bislang als echtes Annus Horribilis, fast scheint bereits unvorstellbar, dass es noch schlimmer kommen könnte.

Bei der Flut an Skandalen hilft Obama bereits nur mehr, dass viele längst den Überblick verloren: Das Herumlügen nach Bengasi, die Verfolgung von „Tea Party“-Gruppen durch die IRS, die Jagd auf Journalisten durch Eric Holders Justizministerium, zuletzt natürlich der von Whistleblower Ed Snowden (29) aufgedeckte, vielleicht größte Spitzelskandal aller Zeiten.

Change we can believe in? Kaum. Die sonst dem Präsidenten wohlgesonnenen „Huffington Post“ fand treffendere Worte für die perversen Realitäten der Obama-Ära: „George W. Obama“.

Gleichzeitig kommt auch die Agenda des White House kaum vom Fleck – dabei hat Obama eigentlich nur dieses Jahr, um noch was weiterzubringen vor den „Midterm“-Wahlen 2014 und der nächsten Oval-Office-Schlacht 2016. Seine nach dem Newtown-Massaker vollmundig versprochene Initiative zur Verschärfung der Waffengesetze verpuffte blamabel im Kongress, auch die Immigrations-Reform gilt längst nicht mehr als ausgemachte Sache. Sicher, Obamas Agenda scheitert am erbitterten Widerstand der Republikaner und dysfunktionalen Kongress. Doch seine hilflose Jammerei über Obstruktionisten macht ihn auch nicht populärer. Wie auch rund um die Welt nach dem jahrelangen Ignorieren des Syrienkrieges Obamas Image als resultier Weltführer verpuffte.

Obamas Krise manifestiert sich nun deutlich in den Umfragen: Laut CNN-Umfrage stürzte seine Popularität in nur einem Monat um 8 % auf 45 %, unter den Jungwählern sind es gar 17 %. Übersetzt: Obamas Basis hat sich von Weltretter „Neo“ abgewandt. Besonders sauer sind die Jungwähler auf die Schnüffeltaktiken. Nur mehr die Hälfte hält Obama für „glaubwürdig“, zu viele schöne Rede, zu wenige Resultate. Das Vertrauen ist pfutsch.

Obama wird degradiert zum „Tröster der Nation“, der rührende Reden an den Schauplätzen von Massakern, Terroranschlägen oder Naturkatastrophen hält. Bereits jetzt wirkt er wie eine „Lahme Ente“ – mit dreieinhalb Jahren verbleibender Amtszeit… Obama ging bereits in die Geschichtsbücher als charismatischster Wahlkämpfer aller Zeiten ein. Seine Bilanz als Präsident aber dürfte ernüchternder ausfallen.