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Nach dem „Wunder von San Francisco“ wird nach den Ursachen des Asiana-Crashs gesucht: Nur zwei Tote waren zu beklagen, als „Asiana“-Flug Nr. 214 aus Seoul an die Uferkante der Landepiste 28L krachte, die Heckflosse abriss, sich die Boeing 777 fast überschlug und beinahe vollständig ausbrannte. 305 Passagiere und Crew gelang die Evakuierung in dem Inferno. „Es hätte weit tragischer enden können“, so San Franciscos Bürgermeister Edwin Lee.

Der Jumbo kam zu tief, so viel scheint klar. Doch warum? Das FBI schloss Terrorismus aus, der Chef der südkoreanischen Luftlinie, Yoohn Young-Doo, „mechanisches Gebrechen“. Die US-Behörde NTSB untersucht jetzt anhand der Daten der gefundenen Flugschreiber: Hatte der Bordcomputer den Landeanflug falsch berechnet? Oder war es menschliches Versagen? Die Landung führte laut  „Asiana“ Pilot Lee Jeong-min durch, ein Veteran der Luftlinie.

Ein Sprecher des Flughafens gestand ein, dass eine „Komponente“ der Instrumente, die  Gleitpfade errechnen, am Samstag nicht funktionierte.

Bei den Piloten wurden Alk- und Drogentests durchgeführt, so US-Medien. Das ist allerdings Routine nach Unfällen.

Das Wunder ist umso beachtlicher als einige Opfer durch das Loch im Heck nach dem Abreißen des Jumbo-Hinterteils auf die Landepiste geschleudert wurden. Neun Spitäler in San Francisco nahmen 181 Verwundete auf: Ärzte berichteten über schwere Verwundungen wie innere Blutungen, Kopftrauma, Verbrennungen oder Knochenbrüche. Am Sonntag befanden sich fünf Patienten weiter in „kritischem Zustand“.

Die zwei Toten wurden als chinesische Schülerinnen Ye Mengyuan und Wan Linjia identifiziert. Beide waren 16.

Überlebende berichteten unterdessen von dem Horror an Bord: „Es machte einen Knall, der Jumbo wurde in die Luft geschleudert“, berichtete Anthony Castorani: „Der Flügel und das Heck brachen ab“. Passagier Vedpal Singh: „Es ist ein Wunder, dass wir überlebten“. Benjamin Levy war schon beim Anflug nervös. Er kennt die Landung am SFO-Flughafen sehr gut: „Wir waren viel zu tief, ich sah nur  wenige Meter unter mir nichts als Wasser…“. Der Pilot versuchte offenbar, im letzten Moment die Maschine noch nach oben zu reißen: Die Turbinen hätten aufgeheult. Der Horror hätte sich dann „wie in Zeitlupe“ entfaltet, so Levy.

Glück hatte Facebook-Managerin Sheryl Sandberg: Sie war auf dem „Asiana“-Flug gebucht, doch entschied sich dann für „United“ – wegen der Flugmeilen…