New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg hatte 2009 die Verfassung ausgehebelt, um eine dritte Amtszeit in der City Hall anzuhängen. Das wurde dem Milliardär damals arg verübelt. Angesichts der nun im Wahlkampf um seine Nachfolge ausgebrochenen Schmierenkomödie denken sich viele: Bloomie for life!

Im Zentrum der Posse natürlich Anthony Weiner, aka das Sex-Würstchen. Der Mann musste einst seinen Sitz im Repräsentantenhaus räumen, nachdem er Fotos seines erregten Privatbereichs an  Internet-Liebschaften verschickte. Dass er sich zu einer Kandidatur in New York entschloss, führte fast zu resignierendem Kopfschütteln in der Demokraten-Partei. Dass er sich dennoch zur Kandidatur entschloss mit dem Wissen, dass er munter weiter-sextete und sich wohl zusammenreimen konnte, dass die liebestollen und niveauvollen Dialoge samt Bildmaterial nicht geheim bleiben würden, lässt auf einen  Soziopathen schließen. Und dass er immer noch nicht sein nach einer Rücktrittswelle unter seinem Stab entvölkertes Wahlkampfbüro zudrehte, kann nur mehr als Endstadium  völliger Entrücktheit bewertet werden.

Aber vielleicht hofft Weiner weiter auf das Kurzzeitgedächtnis der Öffentlichkeit, das inzwischen mit jenem von Dori in „Nemo“ vergleichbar ist. Immerhin: Ein im Kongress geschasster Abgeordneter, der Würstchen heißt und Wölbungen seiner Speedo-Unterhosen durch den Cyberspace schickte, hatte – vor den neuen Skandalen – die Führung bei den Demokraten-Vorwahlen geschafft.

Immer tragischer scheint aber auch das Verhalten seiner Frau, Huma Abedin, einer früheren Vertrauten von Hillary Clinton. Zum einen: Frauen stehen kaum mehr mit verbissenen Grinsen neben ihren seitenspringenden Gatten. Maria Shriver sagte „Hasta La Vista“ zu ihrem Arnie! Elin Nordegren luchste Sex-Golfer Tiger Woods coole $100 Mio. bei der Scheidung ab! Jenny Sanford, die Ex-Frau des sich mit einer Argentinierin vergnügenden, ehemaligen Gouverneurs von South Carolina, starte nach der Trennung ihre eigene Politlaufbahn.

Doch Huma? So bemitleidenswert ihre „Stand by Your Man“-Auftritte bisher waren. Nun schiebt sie sich auch noch selbst die Schuld in die Schuhe: Laut „People“ bedaure sie, dass sie nach der Geburt ihres Babys die Ehetherapie vernachlässigt hätte und er deshalb rückfällig wurde.

Ihr Würstchen scheint nun gegessen, auch wenn Weiner die permanente Implosion seiner Polit-Ambitionen noch nicht wahrhaben möchte. Doch Humas Verhalten wirft nun sogar  Schatten auf die  höchstwahrscheinlich bevorstehende, historische Kandidatur von Hillary fürs White House 2016: Wegen Clintons Nähe zu Abedin geht schon jetzt die Debatte los, warum auch sie Bill 1998 nicht den Laufpass gab. Was damals eher Mainstream war, gilt heute – außerhalb des Weiner-Haushaltes – für Frauen als äußerst fragwürdig. Besonders für eine Anwärterin, die erste Frau im Oval Office werden will.