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Das Furioso mit der Rupert Murdochs „New York Post“ gegen das geplante Comeback des über einen Prostituierten-Skandal gestürzten Ex-New York-Gouverneur Eliot Spitzer anschreibt ist beachtlich. Und es stellt sich die Frage, ob die Wall Street wegen seiner Kandidatur für das Amt „Comptroller“ (Rechnungsprüfer) langsam nervös wird.

Spitzer hatte schon einmal Finanzjongleuren des Fürchten gelehrt: Als New Yorker Staatsanwalt verklagte er Investmentbanken wegen Aktien-Manipulationen, enthüllte, wie Broker ausgewählten Klienten Vorteile beim Handel mit Securities verschafften. Spitzer trieb mit seinen knallharten Ermittlungen AIG-Boss Maurice Greenberg zum Rückzug aus der Chefetage, er zerstörte auch die Karriere von Dick Grasso, dem großmauligen Chef des NYSE. Sogar die Musikindustrie nahm der Anwalt, der in den Medien als moderner Eliot Ness gefeiert wurde, mit Klagen wegen Tantiemen-Betrugs an die Kandare.

Spitzer war am Zenit, als er 2006 die Wahl zum Gouverneur gewann, er galt bei den Dems bereits als Superstar mit Chancen auf das White House. Sein Fall war dann ebenso spektakulär: Spitzer ließ sich in Hotels von Edelnutten vor allem bei Trips nach Washington DC bedienen, die ihm eine New Yorker Madame vermittelte. Legendär fast die Enthüllung, dass Spitzer beim Sex stets die Socken anließ…

Nun zeigt ihn die „NY Post“ mit Unterhosen und Socken, plärrt am Cover, dass Spitzer ins Gefängnis und nicht das Comptroller-Büro gehöre. Die „Post“ empfiehlt Spitzers Kontrahenten Scott Stringer zur Wahl, der 19 % hinten liegt.

Offenbar hat Boss Murdoch im Auftrag seiner Wall-Street-Freunde das Signal zum Generalangriff gegeben, so wie er damals mit voller Wucht gegen „Occupy Wall Street“ anschreiben ließ. Die Kampagne wird hier einerseits als Rache für Spitzers frühere Kreuzzüge aber auch als Zeichen wachsender Nervosität gewertet. Doch Spitzers Chancen bleiben intakt: Er ist kein Anthony Weiner, der gerade verglüht. Er könnte in Kürze New Yorks gigantischen Pensionsfonds verwalten und die New Yorker Regierung überwachen. Innerhalb der Finanzindustrie wird sein mögliches Comeback als „problematisch“ angesehen, schrieb die LAT. Der alte Sheriff Spitzer könnte wieder reiten.