Print Friendly, PDF & Email

Es war das schlimmste Massaker seit Fort Hood (2009) und der größte Polizeieinsatz in Washington DC seit dem 11. September 2001. Der Amokläufer Aaron Alexis (34), ein Afroamerikaner aus Ft. Worth (Texas), hatte im Marine-Stützpunkt „Navy Yard“ in Washington DC am Montag um 8:15 Uhr Ortszeit das Feuer eröffnet. Er tötete zwölf Menschen, starb dann in einem Feuergefecht mit den Cops.

Laut Zeugen war er gekleidet ganz in blau. Der Amokläufer hatte sich mit dem gefälschten Ausweis eines Werkvertrags-Angestellten Zutritt zu dem Komplex mit über 3000 Angestellten nur vier Kilometer vom White House entfernt verschafft. Die Suche nach einem Motiv läuft auf Hochtouren: Alexis war 2010 in Fort Worth verhaftet worden, als sich in seiner Wohnung ein Schuss löste, die Kugel die Decke durchschlug und dann in der Decke seiner Nachbarin über ihm steckenblieb. Bei der Festnahme wurde ein Haftfoto angefertigt.

Im Juli rief ein Mitbewohner die Polizei, als Alexis eine „unbekannte Substanz in den Tank von Fahrzeugen warf, um sie zu beschädigen“, so die Website The Smoking Gun. Alexis hatte früher bei der Kriegsmarine gedient, er arbeitete vor dem Blutbad laut Reports bei einer Firma, die Aufträge für den Stützpunkt durchführte.

Laut Augenzeugen schoss er vom 4. Stock des Gebäudes Nr. 197, wo das „Naval Sea System Command HQ“ untergebracht ist, auf die Cafeteria im ersten Stock, zog mordend durch die Korridore. Zeugen hörten die Geräusche von Schüssen im rascher Reihenfolge. „Dann ging der Feueralarm los und Menschen rannten panisch zu den Notausgängen“, sagte einer im US-TV.

Die Behörden suchten zunächst nach einen möglichen, weiteren Schützen. Es handle sich um einen Farbigen mit grauen Haaren auf den Schläfen, er sei am Tatort mit einer Waffe gesehen worden.

Das Blutbad und der Großeinsatz der Polizei stürzten DC ins Chaos. Aus Polizeihelikoptern seilten sich über dem Gebäude Elitepolizisten von SWAT-Teams ab, großräumige Absperrungen legten die Hauptstadt komplett lahm. Sogar der „Reagan“-Flughafen wurden vorübergehend geschlossen.

DC-Bürgermeister Gray sagte vorerst: „Es gibt noch keine Hinweise auf Terrorismus“.