Immer größeres Chaos nach einer Serie verheerender Winterstürme in weiten Teilen der USA: Es ist ein extrem früher und vehementer Start in die Frostsaison. Elf Menschen kamen in den letzten Tagen ums Leben. In Texas sind nach schwerem Eisregen immer noch 30.000 Einwohner ohne Strom. 3500 Flüge wurden gestrichen.

Wegen Pannen bei der Schnee- und Eisräumung saßen am Dallas-Flughafen (DFW) hunderte Passagiere tagelang fest: Ein Passagier aus Kanada vertrieb sich die Zeit, indem er mit seinem Smartphone eine Video-Doku der in einen Campingplatz verwandelten Terminalhalle D mit Interviews von Leidensgenossen drehte. Ein Deutscher Passagier namens Peter, der am Rückflug aus Guatemala beim Umsteigen in Dallas vom Winterwetter überrascht wurde: „Ich weiß nicht, was das Problem ist, in Deutschland haben wir auch Eis“. Das Video wurde zum Web-Hit.

Eis und Schnee verwandelten die Interstates in tödliche Rutschbahnen: 50 Fahrzeugen krachten am Sonntag nahe Philadelphia am „Pennsylvania Turnpike“ ineinander. Ein Mann starb, als er nach einem leichten Auffahrunfall ausstieg und von einem weiteren Vehikel erfasst wurde. Autofahrer saßen nach der Massenkarambolage stundenlang in dem Blizzard fest. Wegen Eisregen verkeilten sich auf einem Freeway nördlich von New York 24 Wagen, nach einem Unfall mit 20 Fahrzeugen musste der I-95 für mehrere Stunden gesperrt werden.

Wenigstens die NFL ließ sich nicht vom Wetter aufhalten: Im dichten Schneegestöber bezwangen die „Philadelphia Eagels“ Gegner Detroit, der Rasen war bedeckt mit 15 Zentimeter Schnee. Es kam zu unglaublichen Bildern als sich die Football-Spieler wie Schneemänner in der Flockenpracht ineinander verkeilten.

Die unheimliche Serie von Sturmtiefs in rasanter Abfolge geht weiter: Dienstag wird die nächste Runde erwartet, mit einer Schneedecke von DC, New York und Boston. „Das ist der nächste Kinnhaken“, so NBC-Meteorologe Al Roker.